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Emmerich
Rheinpark: Streit zu den Akten gelegt

Die Umgestaltung des Rheinparks - eine Chronologie der Ereignisse
Die Umgestaltung des Rheinparks - eine Chronologie der Ereignisse FOTO: Andreas Endermann
Emmerich. Rheinpark: Mittwoch gelang vor Gericht doch noch der Kompromiss. Er macht das Bürgerbegehren überflüssig. Es bleibt also bei Soccerplatz und Parkband. Und die Baumfreunde punkteten kräftig für die Natur. Von Lutz Küppers

Am Ende konnten sich beide Parteien noch gut in die Augen sehen. Denn nach über vier Stunden war ein Kompromiss im Streit um den Rheinpark gefunden worden. Und dieser Beschluss vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht sieht wie folgt aus:

- Statt wie zuletzt vorgesehen 30 werden nun nur noch 20 Bäume auf der Grünfläche gefällt. Bei acht von ihnen handelt es sich um anerkannt kranke Exemplare.

- Als Ausgleich für die Rodung werden sieben Linden (20 bis 25 Zentimeter Stammumfang) entlang der Parkmauer gepflanzt.

- Eine neue Trauerweide wird in der Nähe der angeschlagenen Trauerweide am Ehrenmal eingepflanzt, die durch baumchirurgische Maßnahmen so lange wie möglich erhalten werden soll.

- Außerdem muss die Stadt weitere 34 Bäume auf städtischem Boden anpflanzen, deren Stammumfang mindestens 18 bis 20 Zentimeter beträgt. Die Baumfreunde erhalten dabei ein Vorschlagsrecht für deren Standorte.

- Die Stadtverwaltung muss bei der Ausschreibung der Firmen darauf achten, dass nur Unternehmen den Zuschlag erhalten, die nach einer speziellen DIN-Norm die Baumaßnahme möglichst wurzelschonend umsetzten können.

- Beide Parteien machen immer im Herbst eine Begehung, bei dem der Kompromiss überprüft wird.

- Gleichzeitig bleibt der letzte Ratsbeschluss vom 23. Februar unangetastet. Womit der Realisierung von Soccer- und Spielplätzen sowie dem Parkband nichts mehr im Wege steht.

Ungewöhnlich war, wie dieser Kompromiss zustande kam. Der Vorsitzende Richter hatte in seiner Prozesseröffnung beiden Parteien ins Gewissen geredet. Worauf sich Dr. Stefan Wachs und Ingrid Tepass für die Stadt sowie Rüdiger Helmich und Manfred Koch für die Baumfreunde noch einmal für zwei Stunden ins stille Kämmerlein zurückzogen.

Um nach einer weiteren Unterbrechung schließlich von ihren Anwälten die Einigung festzurren zu lassen.

Die neu gewonnene Einigkeit demonstrierten Wachs und Helmich, indem sie ihre Statements nach der Verhandlung gemeinsam abgaben.

Stefan Wachs sprach von einem "vernünftigen Ergebnis, das der Planung des Rates Rechnung trägt". Und Rüdiger Helmich freute sich, dass es "im Großen und Ganzen gelungen ist, möglichst viele Bäume zu retten". (Kommentar)

Quelle: RP
 
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