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Emmerich
Scheunendiebe entkommen der Polizei

Emmerich. Die Serien-Täter wurden bei einem Einbruch in eine Werkstatt ertappt. Sie flüchteten, lieferten sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und prallten gegen einen Baum. Trotz Verletzungen sind sie weiter auf der Flucht. Von Marc Cattelaens

Eine große Chance, die Einbrecher zu fassen, die in den vergangenen Wochen Landwirte im gesamten Kleverland in Angst und Schrecken versetzt haben, ist vertan. Obwohl die beiden Männer auf frischer Tat ertappt, dann von der Polizei verfolgt wurden und sie mit ihrem Auto auch noch einen Unfall verursachten, gelang ihnen die Flucht. Jetzt sind sie über alle Berge, ihr Aufenthaltsort ist unbekannt.

Das hat sich in der Nacht zu gestern ereignet: Gegen 2.10 Uhr wurde ein an der Rheinuferstraße im Kalkarer Ortsteil Emmericher Eyland ansässiger Landwirt plötzlich aus dem Schlaf gerissen. Nachdem er ungewöhnliche Geräusche vernommen hatte, die von seinem Hof kamen, verließ der 46-Jährige sein Bett, um nach dem Rechten zu schauen. Als er das Flutlicht auf dem Hof einschaltete, kamen ihm zwei Männer mit Diebesgut entgegen, das sie soeben aus der Werkstatt des Betriebs gestohlen hatten. Sofort traten die beiden Einbrecher die Flucht an, rannten in Richtung Weidetor und dann über den Deich in Richtung Rheinufer. Zurück blieb der völlig verblüffte Landwirt, der als er sich umblickte, sah, dass die Täter das Schloss seiner Werkstatt aufgebrochen und eine Schubkarre mit weiterer Beute zurückgelassen hatten. Der 46-Jährige verständigte umgehend die Polizei.

Polizeifahrzeuge, die sich in Tatortnähe befanden, nahmen sofort die Fahndung auf. Ein Polizeihubschrauber wurde zur Unterstützung angefordert und flog in Richtung Tatort. Gegen 2.30 Uhr, also 20 Minuten nach der Tat, bemerkten Streifenpolizisten einen silberfarbenen Opel Astra mit Steinfurter Kennzeichen, der ihnen verdächtig vorkam. Das Fahrzeug wendete auf der Rheinuferstraße und fuhr dann in Richtung Grieth und im weiteren Verlauf in Richtung Wissel mit hoher Geschwindigkeit davon. Den Beamten war sofort klar, dass sie den flüchtigen Einbrechern auf der Spur waren.

Ihre Flucht führte die beiden Männer nach Till-Moyland. Mit dem Opel fuhren sie in den Kreisverkehr Sommerlandstraße/Berk'sche Straße und beschädigten diesen. Die unter Verfolgung stehenden Einbrecher setzten ihre Fahrt jedoch fort und fuhren schnurstracks in ein angrenzendes Maisfeld. Nach etwa 150 Metern durch das Maisfeld prallte der Opel gegen einen Baum.

Die Flucht endete im Maisfeld. FOTO: Gocher Abschleppdienst

Mindestens zwei Täter, so die Polizei, flüchteten dann aus dem Fahrzeug, das sie in dem Feld zurückließen, zu Fuß. Zumindest der Beifahrer verletzte sich bei dem Zusammenstoß, denn auf der Beifahrerseite stellten die Polizisten später Blutspuren fest. Die Polizei setzte mehrere Suchhunde ein, um die Flüchtenden zu fassen. Die Suche wurde bis gestern Mittag mit Unterstützung von Kräften der Bereitschaftspolizei (Hundertschaft) fortgeführt. Auch ein Polizeihubschrauber kreiste die ganze Nacht hindurch, bis in den nächsten Tag hinein, über dem Gebiet. Doch die Fahndung blieb erfolglos. Die Täter entkamen.

Im Laufe des Freitags stellte sich heraus, wie den Tätern die Flucht geglückt ist. Offenbar brachen sie, einige Hundert Meter von dem Maisfeld entfernt, ein Auto auf. Der VW Touran gehört Landwirt Gerhard Hurkmans und seiner Familie. "Wir haben zwar die ganze Nacht wach gelegen, weil wir den Polizeieinsatz mitbekommen haben. Der Hubschrauber kreiste ja ständig über uns", berichtet Gerhard Hurkmans. "Dass die Männer unser Auto gestohlen haben, habe ich jedoch erst gestern Morgen gegen 6.15 Uhr gemerkt", sagt der Landwirt. Das Fahrzeug war in einem Schuppen auf dem Hof abgestellt. Die Polizei ist sich sehr sicher, dass die Scheuneneinbrecher auch für den Diebstahl des Volkswagens verantwortlich sind: Ein so genannter Mantrailer-Hund hatte die Männer vom Maisfeld am Kreisverkehr Sommerlandstraße/Berk'sche Straße bis zum Hurkmansschen Hof verfolgt.

Emely, Neele und Lara Hurkmans vor dem leeren Schuppen (l.), aus dem ein VW Touran gestohlen wurde. FOTO: evers

Die Polizei hofft bei der Fahndung auf die Mithilfe der Bevölkerung. Ein Täter war laut Zeugenbeschreibung kleiner als 1,70 Meter und hatte ein helles Gesicht. Er war mit einem schwarzen Oberteil sowie einer schwarzen Jeanshose bekleidet und trug eine Stirnlampe mit grünem Licht. Der zweite Täter war komplett schwarz gekleidet. Es könnte sein, dass die Täter noch in dem gestohlenen schwarzen VW Touran mit dem Kennzeichen KLE-GH 203 und einer getönte Heckscheibe sowie getönten Seitenscheiben an der Rückbank unterwegs sind. Hinweise unter Telefon 02821 5040.

Quelle: RP
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