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Kommentar
Schlechte Informationspolitik schürt Misstrauen

Emmerich. Die Dauersanierung der Rheinbrücke, Verzögerungen bei den Arbeiten an der Bahnbrücke in Praest und an der B220 und jetzt auch noch eine einstweilige Verfügung für den Neubau der Brücke an der Netterdenschen Straße - Emmerich hat, so scheint es, momentan ein Brückenproblem.

So unterschiedlich diese Fälle auch alle gelagert sind, es gibt eine Gemeinsamkeit: die Informationspolitik der zuständigen Behörden lässt zu wünschen übrig. Kein Wunder also, dass sich in Praest Geschichten um die Standfestigkeit des Brückenneubaus ranken und sich bei der B 220 die Autofahrer fragen, warum sie eigentlich schon seit Wochen über eine Umleitung geschickt werden, wenn doch an der Brücke gar nicht gearbeitet wird.

Im Falle der Netterdenschen Brücke gibt es noch einen weiteren Aspekt. Hier sind Anwohner in besonderem Maße betroffen. Sie haben in ein paar Jahren einen Autobahnanschluss direkt vor ihrer Nase, müssen mit dauerhafter Lärmbelästigung rechnen und mussten zwangsweise Flächen abtreten, damit der neue Anschluss gebaut werden kann.

Dass sie erst aus der Zeitung erfuhren, dass die Netterdensche Brücke entgegen der ursprünglichen Planung abgerissen und neu gebaut werden soll, hat nicht gerade zu ihrer Belustigung beigetragen. Zumal ja eines der Argumente für den Zubringer an dieser Stelle immer auch der Kostenfaktor war. Der sieht jetzt natürlich ein bisschen anders aus. Und über die Frage, ob ein Neubau ohne Planfeststellung zulässig sein kann, ist damit noch gar nicht gesprochen worden. CDU-Ratsherr Erik Arntzen aus Hüthum hat in diesem Zusammenhang vor kurzem einen wahren Satz geschrieben. Nämlich, dass die Gefahr besteht, sich als Folge solchen Handelns "Wutbürger" heranzuziehen.

In Klein-Netterden ist zumindest das Misstrauen gegenüber einer Behörde, nämlich Straßen.NRW, mit der die betroffenen Bürger in den letzten Jahren nach eigenem Bekunden immer wieder schlechte Erfahrungen gemacht haben, jetzt noch größer geworden.

Quelle: RP
 
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