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Emmerich
Sechs Feuerwehrmänner aus Kleve klagen über Mobbing

Emmerich. Die Brandbekämpfer, teilweise seit 30 Jahren aktiv, kritisieren die Führung der Wehr. Diese teilte ihnen mit, sie dürften an keinen Einsätzen mehr teilnehmen. Von Peter Janssen

Der Alarm bestimmt ihr Leben und das ihrer Familien. Für sechs Männer vom Florianweg in Kleve ist der Dienst in der freiwilligen Feuerwehr mehr als ein Hobby. Zwischen zehn und 32 Jahren sind die Sechs bei der Klever Wehr. Es scheint so, als sollten es ihre letzten sein. Grund: Die Führungsebene wolle sie aus dem Dienst mobben.

Die sechs Feuerwehrleute wohnen mit ihren Familien in 90 Quadratmeter großen Wohnungen direkt über der Klever Wache. Sie gehören zu den wichtigsten Brandbekämpfern der Stadt. Wenn nachts die Sirenen heulen, sitzen die Männer aus dem Obergeschoss als erste im Wagen. Die Truppe vom Florianweg gehört zum "Hausalarm". Sie sind in der Regel die Ersten am Einsatzort. Wichtig, weil die einfache Rechnung lautet: Je schneller vor Ort, desto effektiver die Hilfe.

Jetzt ist den sechs Feuerwehrmännern in einem Schreiben die Teilnahme an Einsätzen untersagt worden. Stadtbrandinspektor Ralf Benkel begründet dies damit, dass die Männer nicht ausreichend am Übungs- und Ausbildungsdienst teilgenommen haben. Er erläutert, dass er eine "Fremd- und Selbstgefährdung" vermeiden will. Es geht um Männer, die im Jahr zwischen 160 und 180 Einsätze fahren, aber offenbar nicht genug üben. "Das ist ganz klar Schikane. Man will uns nicht mehr", so der Vorwurf eines Betroffenen.

Bei einem der sechs Männer ist die Begründung eine Farce. Er arbeitet hauptberuflich bei einer großen Berufsfeuerwehr im Ruhrgebiet. Der Mann hat bereits einen Anwalt eingeschaltet. Ein Gespräch mit der Stadtspitze brachte keine Unterstützung. Die Verwaltung habe sich nach zwei Treffen nicht mehr gemeldet, so die Wehrleute.

Unter dem ehemaligen Klever Feuerwehrchef Jürgen Pauly erfreute sich der Hausalarm einer großen Wertschätzung. Der Stellenwert, den die Sechs bei der Klever Wehr hatten, war enorm. Einer von ihnen war sogar als Nachfolger von Pauly im Gespräch. Ein anderer kümmerte sich als Leiter der Jugendfeuerwehr jahrelang um den Nachwuchs. Auch Geschichte.

Die Kameraden stellten nun den Antrag, sich einer anderen Ortsfeuerwehr im Stadtgebiet anschließen zu dürfen. Dort wollen sie an den Übungen teilnehmen. "In Kleve fehlt uns die Menschlichkeit, die wir seitens der Führung vermissen", sagt einer der Betroffenen. Der Antrag für einen Wechsel wurde abgelehnt. Grund: Man wohne nicht in dem Ortsteil. Dabei, so einer der Männer, gebe es etliche Beispiele von Kameraden, die in anderen Orten zu Hause sind und dennoch in Kleve Dienst tun.

Quelle: RP
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