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Rees
See in Reckerfeld wird verschwinden

Rees: See in Reckerfeld wird verschwinden
NRW-Umweltminister Johannes Remmel. FOTO: Berns
Rees. Es steht fest: Die Auskiesungsfläche am Windrad in Haffen-Mehr wird wiederverfüllt. Sie soll in den Polder Lohrwardt integriert werden. Montag kommt Umweltminister Johannes Remmel nach Rees, um den Vertrag zu unterschreiben. Von Sebastian Latzel

Es war ein Streitpunkt über viele Jahre gewesen. Bei der Abgrabung Reckerfeld war vertraglich vorgesehen, dass das Gelände nach dem Ende der Auskiesung wieder verfüllt werden soll. Dann kam aber die Diskussion auf, auf eine Verfüllung zu verzichten, eine Debatte, die hohe Wellen schlug. Sogar Ex-Stadtdirektor Gerd Klinkhammer hatte sich seinerzeit eingeschaltet und in einem offenen Brief Vertragstreue gefordert.

Jetzt ist die Kuh bei dem Thema offenbar vom Eis. Am Montag kommt Umweltminister Johannes Remmel nach Rees. Hier unterschreibt er einen Vertrag, der regelt, dass das ehemalige Abgrabungsgebiet Reckerfeld künftig ein Teil des Polders Lohrwardt wird. Damit soll er als Überflutungsfläche (Retentionsraum) einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. Vorgesehen ist zudem, dass es bei der geplanten Verfüllung des Geländes bleibt. "Ich denke, so ist eine Lösung gefunden, die für alle Seiten zufriedenstellend ist", sagt Holger Friedrich. Geschäftsführer des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze.

Knackpunkt war offenbar, dass jetzt wieder Verfüllmasse auf dem Markt zu bekommen ist. Die Kiesfirma Hülskens hatte zuvor nach eigenen Angaben Probleme, dieses Material zu bekommen, weil die Zechen im Ruhrgebiet stillgelegt wurden. Und vom Bergbau bekam die Kiesindustrie ihr Material, um Abgrabungen nach der Auskiesung wieder zu verfüllen. Waschberge nennt sich das Material, das als Nebenprodukt bei der Kohleförderung anfällt und gerne genutzt wurde, um riesige Seen damit wieder zu Ackerboden zu machen. Jetzt sei wieder ausreichend Material verfügbar, heißt es. Die Verfüllung könne wie geplant erfolgen.

Allerdings kann darauf verzichtet werden, den Ringdeich wieder abzubauen. Ursprünglich war einmal geplant gewesen, das Material des Deiches für die Verfüllung zu nutzen. Warum ein neuer funktionsfähiger Deich wieder abgerissen werden sollte, konnte kaum jemand verstehen. Jetzt bleibt die Trasse stehen und wird von der Kiesfirma kostenfrei überlassen.

Die Verfüllung wird sich über zehn bis 15 Jahre hinziehen. Die Anlieferung des Materials soll per Schiff erfolgen. Daher muss der Deich zum Rhein hin geöffnet werden.

Dadurch, dass das Gebiet in den Polder integriert wird, werde zusätzliche Überflutungsfläche bei Hochwasser geschaffen, so Friedrich. "Das ist auch für uns das zentrale Thema", sagt Stadtsprecher Jörn Franken. Zudem wolle die Kommune die Landschaft für Radler erlebbar machen und touristisch nutzen.

Quelle: RP
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