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Emmerich
Silberjubiläum für Kantor Mühlenberg

Emmerich. Als Kind hatte er nichts mit Musik am Hut, mit 16 meldete er sich dann eher spontan zum Klavierunterricht an. Mittlerweile ist Torsten Mühlenberg ein erfahrener und beliebter Komponist.In der evangelischen Gemeinde in Emmerich feiert er bald Jubiläum. Denn dort steht er seit 25 Jahren im Dienst als Kirchenmusiker.Ein Porträt. Von Monika Hartjes

Seit 25 Jahren ist Torsten Mühlenberg Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde. In dieser Zeit dirigierte er rund 300 Kirchenkonzerte und übernahm in rund 3000 Gottesdiensten die musikalische Gestaltung. Für ihn ist "Kirchenmusiker" nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Berufung. "Es geht mir auch um theologische Aspekte. Für mich ist Kirchenmusik Verkündigung in musikalischer Form, ein Kirchenkonzert ist ein Gottesdienst in anderer Form", so der engagierte Kantor, Orgelspieler, Chorleiter und Komponist.

Mühlenberg wurde 1959 in Bochum geboren, wo er auch aufwuchs. "In meiner Kindheit hatte ich mit Musik nichts am Hut, ich habe weder das Flötenspiel gelernt noch im Chor gesungen", erzählt er. Dass er sich mit etwa 16 Jahren freiwillig zum Klavierunterricht anmeldete, habe sich so ergeben. Er machte schnell Fortschritte. Eine "Begegnung der besonderen Art" war für ihn eine Schallplatte mit dem Titel "Albert Schweitzer spielt Bach". "Das war in einer kleinen Pfarrkirche aufgenommen worden und die Musik faszinierte mich so sehr, dass ich Orgel spielen lernen wollte." Nach dem Abitur begann er damit.

Mühlenberg entschied sich für ein Theologiestudium, später studierte er Kirchenmusik in Bayreuth und wurde anschließend Assistent beim Würzburger Bach-Chor. 1990 zog es ihn nach Emmerich, wo er eine Vollzeitstelle als Kirchenmusiker in der Christuskirche antrat. Dort war er für das Orgelspiel und als Chorleiter zuständig. 1998 heiratete er die evangelische Pastorin Anke Knebel. Die beiden Söhne, der 15-jährige Maximilian und der 13-jährige Moritz, spielen Saxofon.

Von den vielen Konzerten und Projekten im Laufe der Jahre sind ihm einige besonders in Erinnerung geblieben. So etwa das im Jahr 1993/94 aufgeführte Gemeindemusical "Maria". "Gemeindemitglieder und meine Frau Anke schrieben die Texte, ich komponierte die Musik", erzählt er. "Viele haben mitgemacht, das Projekt hat die Gemeinde zusammengeschweißt." 1997 gab es die szenische Aufführung der Matthäus-Passion, eine echte Herausforderung für Chor und Chorleiter. Auch zeitgenössische Werke wurden aufgeführt, so das "Requiem für einen polnischen Jungen" von Dietrich Lohff 2004, das Rock-Oratorium "Emmaus" 2008 und im letzten Jahr eine Gospelmesse. Als Symbol für ein friedliches Miteinander der Religionen fand die "Messe für den Frieden" von Karl Jenkins statt.

Nicht nur als Dirigent und Orgelspieler, auch als Komponist war Torsten Mühlenberg tätig. "Als Kirchenmusiker kennt man keine Langeweile", schmunzelt er. 1996 wurde sein abendfüllendes Werk "EGO EIMI" - das ist griechisch und heißt "Ich bin" - mit dem Chor und Solisten vom WDR aufgeführt, 1997 zum "ökumenischen Stadtkirchentag" das "Petrus Oratorium", wofür Pfarrer Martin Bauer den Text schrieb. In den vergangenen Jahren machte er gemeinsam mit der Band "Spiegelverkehrt" das Projekt "Wunderbar", bei dem alte Gesangbuch-Texte mit neuen Melodien gespielt werden. Der Kammerchor probt zurzeit für das Händel-Oratorium "Josua".

Auch kreative Gemeindeprojekte fanden mit dem regen Kantor statt: Es wurde eine Orgel aus Papppfeifen gebaut, ein Röhrenglockenspiel aus Fliesen, ein Gemeindemusical eingeübt und das Kindermusical "Mose, ein echt cooler Retter" aufgeführt. Die Ideen gehen ihm nicht aus, als nächstes plant er Projekte mit Bläsern.

Das nächste Konzert findet am 1. November statt. "Ich habe mir zum Dienstjubiläum gewünscht, den Tag musikalisch zu verbringen", so Mühlenberg, der sich freut, das mit "einem der größten ökumenischen Projekte der letzten Jahre in Emmerich" tun zu können. Das Chor- und Orchesterkonzert hat rund 100 Mitwirkende aus dem Chor der Liebfrauenkirche, dem Chor der Christuskirche und dem Kreiskirchlichen Kammerchor. Der Bogen spannt sich von Johann Pachelbel über Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Max Reger bis hin zu dem Emmericher Komponisten Hans-Maria Wellen, dessen Sohn Johannes gemeinsam mit Mühlenberg die musikalische Leitung innehat. Das Werk "Psalmkonzert II", komponiert von Mühlenberg, wird vom Pianisten Ernst Nolting-Hauff, Professor für Klavier an der Hunan-Universität in China, gespielt. Neben Sopranistin Mirjam Hardenberg sind rund 20 Instrumentalsolisten dabei. "Bei diesem Konzert stehen die Sänger und Musiker im Mittelpunkt. Mein Dienstjubiläum wird dann später gefeiert", so Mühlenberg.

Quelle: RP
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