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Rees
Silberreiher im Anflug

Rees: Silberreiher im Anflug
Silberreiher sind immer häufiger am Niederrhein zu beobachten. FOTO: Klaus Pollklsener
Rees. Silberreiher breiten sich vermehrt am Niederrhein aus. Immer wieder sichten Naturfreunde ganze Pulks im Naturschutzgebiet Hetter-Millinger Bruch.

Die erfolgreiche Brut des Silberreihers am Niederrhein ist nur noch eine Frage der Zeit. "Dafür gibt es hier gute Bedingungen", weiß Martin Brühne, Diplom-Biologe beim Kreis-Naturschutzzentrum. Der Ardea alba, wie der Silberreiher mit lateinischem Namen heißt, brüte nämlich auf mittelhohen Bäumen im Schilfröhricht, wie man sie am Biener Altrhein wie auch auf der Bislicher Insel in Xanten vorfinde. Aber noch hält sich der Silberreiher hier ausschließlich als Rastvogel auf. Das allerdings vermehrt.

"Das liegt daran, dass die Population zugenommen hat durch vermehrte Bruten in Österreich, am Neusiedler See, in Polen, der Ukraine und Frankreich", so Martin Brühne. Nun breiteten sich die Vögel auch am Niederrhein aus. Immer wieder werden ganze Pulks im Naturschutzgebiet Hetter-Millinger Bruch gesichtet. "Am vergangenen Sonntag habe ich noch 35 Exemplare gesehen, die sich fast alle in einer einzigen Wiese aufhielten", so Martin Brühne. Beim Naturschutzzentrum in Bienen rufen immer mal wieder Naturfreunde an, um Beobachtungen von Silberreihern zu vermelden, wobei von einigen Anrufern der Vogel fälschlicherweise als Albino-Graureiher bezeichnet werde.

Der Graureiher ist nach wie vor häufiger bei uns anzutreffen. "Wird aber im Winter seltener von Beobachtern entdeckt. Der Silberreiher mit seinem auffällig weißen Gefieder ist einfach leichter auszumachen", weiß der Experte.

Noch vor Jahren war ein hierzulande gesichteter Silberreiher eine Sensation. Zunächst galt der Neusiedler See im österreichischen Burgenland als wahres Eldorado für Silberreiher und zog Ornithologen wie Fotografen gleichermaßen an. Das erste Brutpaar in Deutschland wurde 2012 in Mecklenburg gesichtet. "Nun warten wir auf das erste Brutpaar in NRW", sagt Brühe. Als Rastvogel gehört er hier schon wintertags zum Alltagsbild an Rhein und Maas. Der Winterbestand in den Niederlanden wird mit 2500 Tieren angegeben. "Im Kreis Kleve schätze ich die Zahl auf mindestens 300 Tiere", sagt Brühne, zumal er von einem Ornithologen weiß, dass dieser allein um die 100 Tiere am Biener Altrhein von Praest aus gesehen hat.

Die Vögel, die nicht kälteempfindlich sind und auch bei frostigen Temperaturen an eisfreien Fließgewässern anzutreffen sind, halten sich hier gern auf, weil der Tisch reich gedeckt ist. Sie haben nämlich ihren Speiseplan mit Fischen und Amphibien um Mäuse erweitert. "Und davon gab es bei uns durch die milden Winter reichlich", erzählt Martin Brühne. Im vergangenen Winter offenbar noch mehr als in diesem Jahr, weil 2014 /15 sich hier auch vermehrt die Weißstörche aufhielten.

(rau)
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