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Emmerich
So finden Schüler den richtigen Beruf fürs Leben

Emmerich. Andreas Boland, Leiter des Berufskollegs Geldern des Kreises Kleve, kennt das Problem, dass viele Menschen etwas hilflos vor dem großen Zukunftsangebot stehen, und will dagegensteuern. Deswegen steht das In-Verbindung-Bringen von Schülern mit Lehrbetrieben ganz oben auf seiner Agenda. "Es ist mangelnde Festlegungsbereitschaft gepaart mit der Ahnungslosigkeit, was die Schüler im Beruf erwartet", nennt der Leiter des Berufskollegs Stolpersteine, um in einer Ausbildung glücklich zu werden.

Deswegen sollten sich Schüler schon jetzt den Samstag, 27. Januar 2018, vormerken. Dann ist Tag der Ausbildung. In der Sporthalle des Berufskollegs Geldern werden viele Handwerksbetriebe und Betriebe aus dem Bereich Agrobusiness vertreten sein und ganz praktisch ihren Beruf vorstellen. "Wir wollen den Matching-Prozess voranbringen", sagt Andreas Boland: das Zusammenbringen von Arbeitgebern und potenziellen Auszubildenden. Er spricht von einigen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und von einem Verdrängungswettbewerb. "Wo früher der gute Realschulabschluss reichte, ist es heute der Abschluss der Höheren Handelsschule oder das Abitur", sagt er. In den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung seien Haupt- und Realschulabschlüsse de facto nicht mehr zu finden.

Es bedürfe einer Menge Koordination, Schüler und Betriebe zusammenzubringen. Das gelte einmal mehr für die Flüchtlinge. Am Berufskolleg können sie den Hauptschulabschluss der Klasse 9 machen und gehen danach in den Arbeitsmarkt oder weiter den Weg der gymnasialen Oberstufe.

Dass der Weg in den deutschen Arbeitsmarkt für Flüchtlinge nicht so einfach ist, darüber macht sich Boland keine Illusionen. "Die Sprachbarriere bleibt das größte Hindernis", sagt er. "Der Erfolg der Integration steht und fällt mit dem persönlichen Engagement aller, die an dem Prozess beteiligt sind."

Boland warnt davor, den Fachkräftemangel blindlings mit Flüchtlingen lösen zu wollen: "Flüchtlinge haben genauso Wünsche und Vorstellungen, was sie machen wollen und was nicht. Man kann denen nicht vorschreiben, was sie machen sollen." Wie bei deutschen Schülern gehe es darum, Wege aufzuzeigen und Kontakte zu Betrieben zu knüpfen.

(bimo)
 
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