| 00.00 Uhr

Emmerich
So wurde vor 100 Jahren Urlaub gemacht

Emmerich: So wurde vor 100 Jahren Urlaub gemacht
Familienausflug mit dem Nachen bei Huisberden anno 1914. FOTO: privat
Emmerich. Die zweite Hälfte der Sommerferien ist angebrochen. Viele sind schon weggefahren oder haben es noch vor. Vor 100 Jahren, als an Pauschalreisen, Städtetouren und Kreuzfahrten noch lange nicht zu denken war, blieben die Menschen am Niederrhein in der Ferienzeit überwiegend zuhause. Zum einen, weil in der Kaiserzeit der gesetzliche Anspruch auf Urlaub gerade erst seinen Anfang nahm, zum anderen, weil für Reisen, die damals noch sehr kostspielig waren, bei den meisten das Geld schlichtweg nicht vorhanden war.

Dafür gab es aber eine naheliegende Alternative: "Sehr oft haben die Menschen aus der Region Erholung und Vergnügen am Rhein gesucht", weiß Clemens Reinders, Journalist aus Haldern, der sich viel mit der Geschichte des Niederrheins beschäftigt.

Auf ein nettes Bild aus dieser Zeit ist der Emmericher Künstler Hein Driessen gestoßen; eine Fotografie, die 1914 entstand und seine Vorfahren beim Ausflug in Huisberden bei einer Bootstour zeigt - offenbar bei Hochwasser und nicht gerade sommerlichen Temperaturen. Das Foto wurde von seinem Vater Gerd, der damals 14 Jahre alt war, als Postkarte mit Grüßen aus den Ferien an seine Eltern verschickt: "Bin gut angekommen. Wir haben schon tüchtig gespielt und sind mit dem Nachen gefahren", schreibt er.

Ein Tipp für alle, die in diesem Jahr zuhause geblieben sind: Über den Rhein und Huisberden wird Hein Driessen auch am Samstag berichten, wenn er als "Reiseleiter" auf den Spuren Jan de Beyers von Emmerich über Rees nach Xanten fährt, um dort durch seine aktuelle Ausstellung zu führen. Start ist um 10 Uhr (11.30 Uhr, Rees). Karten zu 25 Euro pro Person (plus 4,50 Euro für den Nibelungen-Express) bei der Reeser Personenschifffahrt unter Telefon 02851 7004.

(bal)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Emmerich: So wurde vor 100 Jahren Urlaub gemacht


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.