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Emmerich
Sparkassen-Fusion: Keine Kündigungen

Emmerich: Sparkassen-Fusion: Keine Kündigungen
Der Vertrag von Horst Balkmann als Chef der Emmericher Sparkasse ist 2015 um zwei Jahre verlängert worden. Bald wird er 65 Jahre alt. In einem neuen Vorstand einer neuen Sparkasse wäre er wohl nicht mehr. FOTO: Archiv
Emmerich. Sparkassenchef Horst Balkmann sieht langfristig Stelleneinsparungen, aber: "Betriebsbedingte Kündigungen kann ich mir nicht vorstellen." Von Christian Hagemann

Einen Tag nach Bekanntwerden einer möglichen Fusion der Sparkassen Kleve, Straelen und Emmerich-Rees hat der Chef des Emmericher Geldinstituts, Horst Balkmann, betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. "Ich kann mir das nicht vorstellen", so Balkmann gestern auf Nachfrage der RP.

Balkmann (64) macht kein Geheimnis daraus, dass es bei einer Fusion langfristig zu Stelleneinsparungen im "backup office" kommen kann. Verwaltung und Buchhaltung von drei Einheiten werden sich beispielsweise zusammenfassen lassen. "Aber so weit ist das alles ja noch gar nicht", so Balkmann. "Zunächst einmal haben wir nur unsere Absicht mitgeteilt, Gespräche über eine Fusion zu führen."

Allerdings dürfte jedem Beobachter klar sein, dass die öffentliche Bekanntmachung solcher Gespräche vermutlich kaum mit deren Scheitern enden wird. Die Weichen sind gestellt, und es dürfte einvernehmlich sein, dass irgendwann Kleve als die größte der drei Sparkassen Sitz der Zentrale sein wird.

Spannend dürfte es in Zukunft zudem werden, welcher Träger der Sparkassen welchen Einfluss haben wird. Der Kreis Kleve ist beispielsweise zu zwei Dritteln an der Stadtsparkasse Kleve beteiligt. Die Stadt Kleve mit einem Drittel. Bei der Sparkasse in Straelen ist der Kreis gar nicht beteiligt. Bei der Stadtsparkasse Emmerich-Rees ist die Stadt Emmerich mit 58 Prozent beteiligt. Die Stadt Rees verfügt über 22 Prozent. Dem Kreis gehören 20 Prozent.

Die Machtverhältnisse in der neuen Sparkasse sind also noch nicht klar verteilt. Allerdings ist unverkennbar, dass der Einfluss des Klever Landrates Wolfgang Spreen auf die Geschäfte der neuen Sparkasse groß sein wird.

Ein Detail am Rande: Das neue Geldinstitut wird auch einen neuen Namen brauchen. Möglicherweise lässt sich auch an ihm ablesen, wer der Stärkste in der Dreierrunde sein wird.

Die Fusionsgespräche werfen auch die Frage auf, warum die Sparkasse in Goch nicht daran beteiligt ist. Vielleicht - und das ist eine Spekulation - wird es irgendwann auch dazu kommen, dass sich dieses Geldinstitut dem neuen Gebilde anschließt (siehe Lokalseite C 6)..

Zumindest ist spürbar, dass alle Beteiligten froh sind, dass sich eine Kreis Klever Lösung für die Sparkassen abzeichnet. Wenngleich sich eine ganz große "Kreissparkasse" nicht mehr verwirklichen lässt, seit sich Geldern unter dem Dach der Sparkasse Krefeld befindet.

Für die normalen Kunden der Stadtsparkasse Emmerich-Rees wird sich durch eine Fusion im Bankgeschäft nichts ändern. Große Kunden werden sich einer veränderten Lage gegenüber finden. Denn eine neue Sparkasse wird einen neuen Risikoausschuss und einen neuen Vorstand bekommen. Diese wiederum entscheiden, ob Darlehen an große Unternehmen vergeben werden oder nicht. Gleichzeitig könnte sich eine neue, größere Sparkasse auch in der Lage sehen, die Wünsche nach hohen Darlehen an die Wirtschaft eher zu erfüllen als das derzeit der Fall ist.

Klar dürfte auch sein, dass sich nach einer Fusion die Ausschüttungen der Sparkasse in Emmerich und Rees für gemeinnützige Zwecke nicht verändern wird.

Quelle: RP
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