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Kommentar
Spaß im Bad nur für Leute mit Geld?

Emmerich. Am heißesten Tag des Tages kamen am Mittwoch 2443 Menschen ins Embricana. Wie viele wären es wohl gewesen, wäre die Welt ein wenig so wie sie sich der Bund der Steuerzahler erträumt?

Vermutlich weniger. Denn dann wäre ein Unternehmen Betreiber des Bades und die Preise sähen ganz anders aus. Eine Familie könnte dann ihr Kind am heißen Ferientag nicht für 4,40 Euro einen ganzen Tag zum Vergnügen ins nahe gelegene Freizeitbad schicken, sondern müsste mindestens zehn Euro mehr bezahlen. Und statt 18,50 Euro, für die eine Familie einen Ferientag im Bad verbringen kann, hätte sie 60 Euro oder mehr bezahlt.

Das sind Preise, die sich nicht jeder leisten kann. Und das muss man wissen, wenn man vorschnell den Parolen des Steuerzahlerbundes zustimmt. Es geht beim Embricana nämlich nicht um Steuerverschwendung, sondern um Lebensqualität für die Bevölkerung. Und diese bezahlt das Vergnügen übrigens, in dem sie bei den Emmericher Stadtwerken Strom, Gas und Wasser kauft. Mit den Erlösen aus diesem Geschäft - und nur damit - lässt sich ein Bad betreiben.

Neben bemerkt: Man muss schon weit fahren, um ein Spaßbad zu finden, das tatsächlich privat betrieben wird.

Der Steuerzahlerbund will natürlich nicht alle Bäder schließen. Städtische Schwimmbecken soll es selbstverständlich geben, in bescheidener Form. Aber die, die das Publikum anziehen und deshalb teuer sind, sollen Unternehmen gehören.

Diese Debatte haben die Emmericher vor Jahrzehnten geführt, als ihr altes Bad so marode war, dass dringend etwas geschehen musste. Und schon damals war man der Überzeugung, dass es nicht ausreichen könnte, einfach nur wieder ein simples Bad zu bauen, sondern dass die Erwartungen der Menschen gestiegen sind. Das Spaßbad schien die wirtschaftlich sinnvollere Lösung!

Das vergisst der Bund der Steuerzahler gerne.

Quelle: RP
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