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Emmerich
SPD mahnt CDU und BGE zur Vernunft

Emmerich. Statt Flüchtlinge im alten Hantermann-Gebäude unterzubringen, schlägt die SPD Wohneinheiten in Leichtbauweise vor. Von Christian Hagemann

Die Emmericher SPD ist in einer verzwickten Lage: Ihren Bürgermeister Peter Hinze haben die Wähler mit überwältigender Mehrheit ins Amt gehoben. Im Rat allerdings haben die Sozialdemokraten keine Mehrheit.

Deutlich wird das gerade bei der Diskussion um das alte Hantermann-Gebäude an der Rotterdamer Straße. Nach dem Willen von CDU und BGE sollen hier künftig 80 Flüchtlinge untergebracht werden. Die Stadt müsste das Gebäude zu diesem Zweck für 450.000 Euro kaufen. Hinzu kämen Kosten für die Herrichtung von mindestens 800.000 Euro. Die Stadt hätte damit für 1,25 Millionen Euro eine Herberge für Flüchtlinge geschaffen. Wenn sich allerdings der Flüchtlingsstrom einmal gelegt haben sollte, wäre die Immobilie danach für die Kommune beinahe nutzlos. "In dem Bereich ist keine Wohnnutzung erlaubt", so Fraktionschefin Andreas Schaffeld. Gestattet sei dort nur die Unterbringung von Flüchtlingen.

Schaffeld hatte gestern mit Parteikollegen die Presse zu einem Gespräch über das Hantermann-Gebäude eingeladen. Sie warnte: "Um die Kosten zu senken, denken CDU und BGE darüber nach, die Standards bei Wohnen und Sicherheit für die Flüchtlinge abzusenken. Das ist nicht nur unwürdig, sondern sorgt für einen sozialen Brennpunkt, bei dem die Stadt nachher viel Geld für Security und Betreuung ausgeben muss."

Schaffeld betont den Emmericher Standard, wonach sich acht Personen eine Einheit mit Küche und Bad teilen. "Das wollten bisher alle. Er sollte nicht weiter absenkt werden." Ihr Gegenvorschlag: Für 1,25 Millionen Euro gibt es Wohneinheiten in Leichtbauweise und Zweigeschossigkeit, für die es zwei Grundstücke gäbe, auf die die Stadt Zugriff hat. "Damit lässt sich später noch etwas machen", sagt Manfred Mölder. Der Ortsvereinsvorsitzende geht davon aus, dass es bei Hantermann nicht bei 1,25 Millionen Euro bleiben würde. "Jeder, der sich mit Altbausanierungen ein wenig auskennt, weiß, dass es immer teurer wird als zunächst gedacht."

Für Andrea Schaffeld ist es nicht nachvollziehbar, warum CDU und BGE an ihrer Idee festhalten, die sie heute bei einem Treffen weiter vertiefen wollen. "Das ist eine völlig irrationale Vorgehensweise." Auch die Stadtverwaltung sei nicht für die Hantermann-Lösung.

Doch selbst mit Bürgermeisterstimme, den Stimmen der Grünen (2), die ebenfalls für den Leichtbau-Plan sind sowie Embrica-Fraktion (2) und Christoph Kukulies (AfD) würde es in der Ratssitzung am 16. Februar nicht reichen. CDU/BGE hätten drei Stimmen mehr. Der SPD bleibt folglich nur der Weg in die Öffentlichkeit. Das haben die Sozialdemokraten gestern getan.

Quelle: RP
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