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Rees
Spediteure: "Die Spange muss kommen"

Rees: Spediteure: "Die Spange muss kommen"
Markus (l.) und Bernd Hövelmann von den Speditionen Hövelmann am Wegweiser der B 67, Höhe Einmündung Schwarzer Weg, in Rees Empel. FOTO: DIANA ROOS
Rees. Für die Hövelmänner aus Rees würde die B 67n eine Zeitersparnis von zehn Minuten je Lkw bedeuten.

Ihre Lastwagen sind deutschlandweit auf Tour, transportieren die Ladung, vielfach für heimische Kunden, von Ost nach West und von Nord nach Süd. "Unsere Fahrzeuge müssen rollen. Zeit ist Geld", sagt Markus Hövelmann von Hövelmann Spedition mit Sitz in Empel, ebenso wie Bernd Hövelmann von Hövelmann Logistik aus Millingen. Konkurrenten sind sie eigentlich nicht, denn sie haben unterschiedliche Kunden. Und sind sich auch einig beim Thema B 67n: "Die Spange muss kommen!"

Gute Argumente haben sie, die Spediteure aus Rees. Immerhin schicken sie täglich hunderte Lastwagen auf die Bahn. Bis zur A 3 sind's nur zwei Kilometer, zur A 57 rund 35 Kilometer. Die sich ziehen, weil der Ausbau ab Kehrum seit Jahren auf sich warten lässt. "Das ist frustrierend", ärgern sich beide. Zusätzliche Fahrzeit kostet viel Geld.

Nicht nur für die "Blauen" von Hövelmann Logistik geht das erheblich ins Geld - "und das bei einem beinharten Wettbewerb", sagt der 45-jährige Bernd Hövelmann. Zurzeit fielen durch die immer noch nicht fertige Bundesstraße pro Jahr 300 (Mehr)-Stunden an Fahrzeit an. Obwohl die "Roten" weniger Lastwagen bewegen, summieren sich die Mehrstunden sogar auf 1000, so der 41-jährige Markus Hövelmann. "Weil wir mit unseren 50 Lastwagen deutlich mehr im Nahverkehr unterwegs sind und viele Kunden auf der linken Rheinseite bedienen", erklärt er.

Gut 30 Prozent der Fahrten gingen über die B 67, bei den anderen sind es rund 15 Prozent.

Pro Fahrt zur A 57 könnten beide Unternehmen jeweils zehn Minuten Fahrtzeit einsparen, sollte die B67n endlich gebaut werden. Und auch wenn für beide "Hövelmänner" die Realisierung der Spange kein wirtschaftlich entscheidendes Thema ist. "Die Straße würde uns in einem wirtschaftlich sehr schwierigem Umfeld sehr gut tun", sagen sie.

Deutlich kritischer sei da die Maut. Schon heute zahle er für die Autobahn-Nutzung rund 2,6 Millionen Euro im Jahr, sagt Bernd Hövelmann. Runde 500 000 Euro sind es für Markus Hövelmann. Und absehbar wird's vielleicht noch teurer, wobei das noch nicht entschieden ist. Da müsse dann in noch spritsparendere Zugfahrzeuge investiert werden, wissen die Unternehmer.

Sorgen bereitet dabei noch ein weiteres Problem: Sowohl die "Blauen" mit 550 Mitarbeitern, als auch die "Roten" mit 140 Beschäftigten suchen händeringend qualifizierte Fahrer.

(rey)
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