| 00.00 Uhr

Emmerich
Speelberger wollen Verkauf verhindern

Emmerich: Speelberger wollen Verkauf verhindern
In dem Speelberger Jugendheim an der Gerhard Cremer-Straße sollen Flüchtlingsfamilienuntergebracht werden. FOTO: Thorsten Lindekamp
Emmerich. Bürgermeister Peter Hinze sprach vor der KAB über den Sachstand zum Thema "Flüchtlinge". Dann ging es nur noch ums Michaelheim. Viele Speelberger forderten, die Stadt solle vom Kauf absehen und kritisierten die Kirche.

Der Saal des Pfarrheims platzte aus allen Nähten. Über 50 Zuhörer konnte Norbert Lodewick, Vorsitzender der KAB Liebfrauen, zum Vortragsabend mit Bürgermeister Peter Hinze begrüßen. Der sprach über den Sachstand zum Thema "Asyl". Die Fragerunde steuerte dann zielsicher auf den Punkt zu, der viele Speelberger empört: der von der Kirche geplante Verkauf des Jugendheims an die Stadt, die dort Asylbewerber-Familien unterbringen könnte.

Wiederholt musste Hinze darauf hinweisen, er sei der falsche Gesprächspartner: "Ich mische mich in kirchliche Angelegenheiten nicht ein." Müsse die Kirche sparen und überlege sie, wo sie das tun könne, dann sei das nicht seine Baustelle. Er nehme, was er kriegen könne: "Ich habe das Gefühl, hier müsste jemand anderes stehen." Damit meinte Hinze wohl Dechant Bernd de Baey.

Aber die Speelberger ließen nicht locker. Sie machten unmissverständlich deutlich, die Stadt möge vom Erwerb des Jugendheims absehen. Sie hätten Hinze am liebsten eine sofortige Verzichtserklärung abgerungen, gleichwohl sie wussten, dass sie an diesem Abend an den Ersten Bürger der Stadt allenfalls appellieren konnten. "Finger weg vom Michaelheim", fasste eine kämpferisch gestimmte Speelbergerin die Botschaft des Abends zusammen. Lodewick versuchte die Fragestunde zu beenden: "Herr Hinze hat mitbekommen, wie die Stimmung ist."

Vorwürfe mussten sich Bistum und Pfarrer de Baey gefallen lassen. Die Kirche sehe hier ihre Chance, über die Flüchtlinge das Haus "zu verscherbeln", lautete die Kritik. Er wehre sich dagegen, führte ein anderer aus, dass das Jugendheim "mit einem Federstrich" weggenommen werde: "Dann ist die Jugendarbeit in Speelberg tot." Allenfalls könne er sich eine notdürftige Notunterkunft vorstellen, meinte ein anderer, "aber auf Dauer umbauen, kostet Geld und nimmt dem Stadtteil sein Jugendzentrum ohne Ersatz". Weiter hieß es, der Kirchausschuss Liebfrauen sei mit der Frage "überrumpelt" worden. Es sei nicht mit offen Karten gespielt und nicht ausdiskutiert worden. Es hätte eine Versammlung geben müssen, bevor kirchliche Gremien dafür gerade stehen müssen.

Es ist nicht auszuschließen, dass der Kirchausschuss auf seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 3. Februar, 19.30 Uhr, seine Entscheidung pro Verkauf wieder revidiert, Das Pfarrheim an der Frankenstraße dürfte dann aus allen Nähten platzen.

Dagegen mit Beifall aufgenommen wurde die Idee, in dem Michaelheim Integrationsprojekte mit Flüchtlingen, insbesondere mit Kindern, anzubieten. Der KAB'ler und CDU-Ratsherr Gerhard Gertsen könnte sich allenfalls vorstellen, dass die Kirche das Jugendheim der Stadt kostenlos für Flüchtlinge zur Verfügung stellt - ganz im Sinne von Papst Franziskus also...

(nk)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Emmerich: Speelberger wollen Verkauf verhindern


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.