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Emmerich
Spital: Fusion mit Kleve rückt näher

Emmerich: Spital: Fusion mit Kleve rückt näher
Dr. Johannes Hütte - im Bild vor dem Emmericher Willibrord-Spital zu sehen - ist Geschäftsführer der Holding pro homine. FOTO: van Offern
Emmerich. Die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft Kleve und pro homine Wesel sprechen über eine Intensivierung der Zusammenarbeit und einen möglichen Zusammenschluss. Die Beratungen würden "auf Augenhöhe geführt", heißt es. Von Marc Cattelaens

Immer wieder waren Gerüchte um eine Zusammenlegung der Krankenhausverbünde aufgetaucht, jetzt rückt sie in greifbare Nähe. Gestern gaben die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft Kleve und pro homine Wesel eine gemeinsame Pressemitteilung an die Rheinische Post heraus. Demnach wollen beide Gesellschaften ihre Zusammenarbeit ausweiten und intensivieren. "Die Gesprächspartner schließen nicht aus, dass am Ende eine Fusion von Katholischer Karl-Leisner-Trägergesellschaft und pro homine mit Bildung eines gemeinsamen Krankenhaus- und Altenhilfeverbundes stehen könnte", heißt es. Eine mögliche Fusion vorbereiten soll ein Kooperationsausschuss, der sich aus Aufsichtsratsmitgliedern beider Gesellschaften zusammensetzt. Außerdem ist das Bistum Münster beteiligt.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Anläufe zu einer Fusion von Krankenhausverbünden gegeben. So hatten im Jahr 2007 die Katholischen Krankenhäuser im Kreis Kleve (KKiKK), wie die Karl-Leisner-Trägergesellschaft damals hieß, und die Wesel/Emmericher Holding pro homine eine Bietergemeinschaft gebildet, um die Städtischen Krankenhäuser Krefeld zu übernehmen. Die Übernahme scheiterte jedoch. Auch hatte es Versuche gegeben, das St-Clemens-Krankenhaus Geldern und die KKiKK fusionieren zu lassen. Doch auch die blieben erfolglos.

Das Weseler Marien-Hospital gehört neben dem Willibrord-Spital in Emmerich zur Holding pro homine. FOTO: malz

Zu den Gründen der aktuell geplanten Fusion heißt es in der Pressemitteilung: "Die Krankenhauslandschaft steht aufgrund der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen weiterhin vor großen Herausforderungen." Eine Bündelung der Kräfte würde die Schlagkraft der beiden Träger erhöhen, glauben die potenziellen Partner. Und nicht zuletzt würde es durch eine Zusammenlegung wohl auch einfacher, "qualifiziertes ärztliches und pflegerisches Fachpersonal zu gewinnen und [...] die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten".

Gleichwohl sehen sich beide Verbünde in einer "Position der Stärke". "Die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft und die pro homine führen ihre Gespräche zu einer intensiveren Zusammenarbeit nicht aus der Not heraus. Beide Träger sind wirtschaftlich gesund und gut aufgestellt", ist in der Mitteilung zu lesen. In ihren insgesamt sechs Krankenhäusern am rechten und linken Niederrhein versorgen die beiden Trägergesellschaften nach eigenen Angaben zusammen pro Jahr rund 70 000 Patienten stationär und 120 000 Patienten ambulant.

Zu den Karl-Leisner-Kliniken gehören das St. Antonius Hospital in Kleve... FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Ob es tatsächlich zu einer Fusion kommt, hänge vom Ergebnis der weiteren Beratung ab, teilten die Gesellschaften mit. Diese würden "in freundschaftlicher Atmosphäre ,auf Augenhöhe' geführt. Interessant dürfte die Frage werden, ob es nach einer möglichen Zusammenlegung bei der "gleichen Augenhöhe" bleibt. Denn ein Grund für die angestrebte Fusion dürfte es auch sein, Kosten durch eine gemeinsame Verwaltung zu sparen. Deren Sitz dürfte entweder in Kleve oder in Wesel sein. Außerdem wurden in letzter Zeit Abteilungen verschiedener Klinik-Standorte der Karl-Leisner-Trägergesellschaft zusammengelegt. Würde sich dieser Trend in einem größeren Klinikverbund fortsetzen? Würden kleine Standorte wie das St. Nikolaus-Hospital Kalkar überflüssig oder mittelgroße Standorte wie das Wilhelm-Anton-Hospital Goch ausgedünnt?

Der Kreis Klever CDU-Landtagsabgeordnete Günther Bergmann steht einer Fusion jedenfalls positiv gegenüber. Er sagte auf Anfrage: "Ich drücke die Daumen, dass beide Verbünde zu einem noch stärken zusammenfinden." Er glaube, "dass ein Zusammenschluss zur Sicherung der ärztlichen Versorgung im Kreis Kleve erheblich beitrage".

Quelle: RP
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