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Assfelder kann mit Einstand als PSV-Trainer zufrieden sein

Lokalsport: Assfelder kann mit Einstand als PSV-Trainer zufrieden sein
FOTO: Hermann
Niederrhein. Der Coach kam im ersten Jahr auf der Bank mit dem Landesligisten auf Platz sechs.

Sein Einstand als Trainer kann sich sehen lassen, zumal er mit einigen nicht zu beinflussenden Begleiterscheinungen zu kämpfen hatte. Dementsprechend fällt denn auch Björn Assfelders Fazit aus. "In Anbetracht der gegebenen Umstände war es okay, was wir erreicht haben", sagt der Coach des Fußball-Landesligisten PSV Wesel. Im Sommer 2011 war der heute 33-Jährige vom VfL Rhede zu seinem Heimatverein PSV zurückgekehrt und stieg nach vier Jahren als Abwehrchef im vergangenen Sommer zum Trainer und Sportlichen Leiter auf. Nach dem Abstiegskampf in der Saison zuvor beendeten die Weseler die Spielzeit mit 50 Zählern und 64:80-Toren aus 34 Spielen auf dem sechsten Rang.

Mit "Umständen" meint Assfelder in erster Linie das Verletzungspech und die beruflichen Einschränkungen zahlreicher Akteure in Sachen Fußball. Matthäus Cwiek, Marvin Schweds und Admir Begic zogen sich Kreuzbandrisse zu. Jim Grimm brachte es aus beruflichen Gründen auf nicht einmal 90 Minuten Einsatzzeit. Die Neuzugänge Deniz Özel und Donavan Sadek hatten auch längere Zeit mit Verletzungen zu kämpfen.

"Hinzu kommt, dass viele Spieler nur ein- oder zweimal pro Woche trainieren können", sagt Assfelder, der angetreten war, den PSV attraktiv kicken zu lassen. "Ich habe mich bei der Mannschaft bedankt, dass sie die Idee des Trainer-Teams mitgetragen hat. Ich denke, dass sie spielerisch auch einen Schritt nach vorne gemacht hat."

Die fehlende Konstanz und vor allem die zweitschlechteste Gegentor-Bilanz aller Teams der Liga haben dafür gesorgt, dass die Tabellenspitze nie wirklich in Reichweite rückte. "Wir sind noch nicht so weit wie die Mannschaften auf den Plätzen eins bis drei, um unseren Stiefel immer runterzuspielen." Bestes Beispiel dafür war die 0:1-Heimniederlage gegen den in der Relegation nun abgestiegenen VfB Uerdingen, bei der sich die PSV-Akteure mehr mit dem Gegner als mit Fußball beschäftigten.

Die Flut an Gegentoren hat der Coach teilweise bewusst in Kauf genommen. "Ich hatte zu Beginn der Saison ja gesagt, dass sie mir vorerst egal wären. 80 Stück sind dann aber doch deutlich zu viel", sagt Assfelder. Seine Mannschaft sei allerdings ganz selten an die Wand gespielt worden. Vielmehr habe sie die überwiegende Zahl der Gegentreffer durch individuelle Fehler bekommen. "Damit haben wir uns öfter selbst geschlagen. So etwas lässt sich nur schwer abstellen. Aber es wäre auch doof, wenn ich keine Punkte zum Verbessern mehr hätte", so der Trainer. Die vielen Gegentore dürften aber auch der risikoreicheren Spielweise des PSV geschuldet sein. Davon zeugen auch die lediglich zwei Unentschieden.

Seinen Schritt vom Spieler zum Trainer hat der 33-Jährige nicht bereut. "In erster Linie habe ich das gemacht, weil sich die seltene Chance dazu bot. Aber bei mir war auch der Ehrgeiz als Fußballer nicht mehr so da, wie er nötig ist." Zu Beginn sei es schwierig für beide Seiten gewesen. "Für mich war es nicht einfach, bei jedem alles auf null zu stellen, weil man ja vorher zu manchen Mitspielern einen besseren Draht hatte als zu anderen", sagt der zweifache Familienvater. "Der eine oder andere Spieler hat Grenzen ausgetestet. Aber alle hatten Respekt. Ich denke, dass wir das insgesamt gut hinbekommen haben."

Riesengroß sei der zeitliche Unterschied zum Spielerdasein, zumal Björn Assfelder ja auch noch als Sportlicher Leiter fungiert. Es seien unheimlich viele Gespräche zu führen. "Doch es macht Spaß, zu sehen, wenn die Ideen dann auf dem Platz umgesetzt werden", sagt Assfelder.

Eben dort müssen sich das Trainer-Team und die Kicker auch schon mal etwas anhören. Dass sich bei den Heimspielen des PSV nicht erst seit gestern Zuschauer-Grüppchen gebildet haben, die scheinbar am liebsten über den Gastgeber meckern, ist natürlich auch dem Trainer nicht entgangen. "So lange alles sachlich bleibt, können die Leute erzählen, was sie wollen - auch wenn das bei uns durch die Nähe der Bande zum Feld für die Spieler natürlich schon ablenkend sein kann", sagt Björn Assfelder. Dabei weist er darauf hin, dass es nun mal Landesliga-Fußball sei. "Würden die Spieler alles können, müssten die Zuschauer auch mindestens zehn Euro mehr Eintritt zahlen", so Assfelder.

Für die kommende Saison hat der PSV Wesel 22 Akteure auf dem Zettel. "Wir halten die Augen auf, werden aber in Sachen Neuzugänge nur noch etwas unternehmen, wenn es konkret Sinn für uns macht", sagt der 33-jährige Übungsleiter. Dass Kevin Kirstein wegen seiner beruflichen Beanspruchung nicht mehr zur Verfügung steht, ist für den Coach sehr schade. "Aber ansonsten müssen wir eigentlich nur noch auf Spieler verzichten, die ohnehin in der Rückrunde kaum oder gar nicht dabei waren." Die oft angeführten "Umstände" eben, mit denen Björn Assfelder gut zurechtgekommen ist. Er kann mit seinem Einstand als Trainer zufrieden sein.

VON ANDREAS NOHLEN

Quelle: RP
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