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Lokalsport
Bislich bekommt seinen neuen Sportplatz

Wesel. Statt sich vor Gericht zu streiten, gibt es nun die Lösung: Der SV Bislich geht in Vorleistung. Von Fritz Schubert

Jürgen Linz bemühte das richtige Bild: "Sie haben den Ball zu uns geschoben, wir haben ihn aufgenommen und jetzt wollen wir ihn gemeinsam ins Spiel bringen", fasste der CDU-Fraktionsvorsitzende gestern an der Torauslinie des Bislicher Ascheplatzes das Ergebnis der Ende Januar wieder aufgenommen Gespräche mit dem Sportverein des Deichdorfs zusammen. Hatte der Club im November noch eine - überaus aussichtsreiche - Klage gegen die Stadt erwogen und diese im Dezember den Sportplatzbau auf Eis gelegt, so herrscht jetzt Erleichterung auf beiden Seiten. Der SV Bislich bekommt seine neue Anlage.

Den Turnierplan bis ins Finale erläuterten Linz und sein SPD-Pendant Ludger Hovest an Ort und Stelle mit der Vorstandsmannschaft um den Vorsitzenden Hans-Peter Faerber. Erst wird der Lärmschutzwall gebaut, dann folgen das Umkleidegebäude und die Umzäunung des Geländes am Feldwicker Weg. Am Ende wird der gewünschte Kunstrasenplatz errichtet. Gegebenenfalls auch nur ein Tennenplatz, wovon aber niemand ausgeht. Das Vorhaben ist an Regelungen geknüpft, die am Donnerstag, 17. März, bereits in den Schulausschuss kommen und zur April-Sitzung des Rates beschlussreif sein sollen.

Dreh- und Angelpunkt ist die Vorleistung des SV Bislich per Muskelhypothek. Dazu hatte die Stadt bekanntlich ursprünglich einen Bürgen für eine Summe von 200.000 Euro verlangt. Der SVB fand einen, doch sprang der ab. Das seit Jahrzehnten ersehnte Projekt drohte wegen des Streits um den Vertrag vor Gericht zu landen.

Nun soll der SV Bislich eine Bankbürgschaft von 40.000 Euro als Sicherheit für eventuell nicht zu schaffende Eigenleistungen hinterlegen. Sollte der Club seinen Part voll erfüllen, wird die Stadt das Fußballfeld als Kunstrasenplatz errichten. Schafft der SV Bislich es nicht, seine volle Eigenleistung beim Bau des Umkleidegebäudes einzubringen, wird es nur einen Tennenplatz geben. Bis dahin erbrachte Eigenleistung soll dem Verein dann erstattet werden. Damit es aber überhaupt losgehen kann, soll die Stadt 50.000 Euro für Materialbeschaffung und Ähnliches bereitstellen.

Vorsitzender Hans-Peter Faerber, sein Stellvertreter Thomas Giesen, Geschäftsführer Friedhelm Bohländer und Kassenwart Alfred Küppers zeigten sich gestern zuversichtlich, dass das Ziel erreicht wird. Sie sind froh über die Lösung des Konfliktes. "Wir haben lange überlegt und uns schließlich für den friedlichen Weg entschieden", sagte Faerber. "So kommen alle erhobenen Hauptes aus der Sache heraus." Wäre der 550 Mitglieder zählende Club vor Gericht gezogen, hätte es bis zu einem Urteil gut einige Jahre dauern können, in denen in der Sache nichts nach vorn passiert. Auch im Fall eines Erfolgs würde man wohl nicht so richtig glücklich. "Kooperationspartner ist ja weiter die Stadt", sagte Faerber mit Verweis darauf, dass die Missstimmung bliebe.

Gegen Ende kommenden Jahres, so die Hoffnung, könnte am Ortsrand der Spielbetrieb auf Wesels erstem Kunstrasenplatz beginnen. Was dann mit dem Rasenplatz mitten im Dorf passiert, ist völlig offen. Bebaut werden kann er so lange nicht, wie es noch freie Baugrundstücke gibt. Und das sind viele.

Quelle: RP
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