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Lokalsport
Der Aufstieg bleibt von BW Dingden das Ziel

Niederrhein. Fußball: Der Kader des A-Ligisten von Trainer Dirk Juch hat in der Sommerpause noch einmal deutlich an Qualität dazugewonnen. Von Andreas Nohlen

Spätestens in zwei Jahren in die Fußball-Bezirksliga zurückkehren - so lautete die Marschroute von Dirk Juch im vergangenen Sommer. Nach dem mit Platz sechs deutlich verpassten Aufstieg in der abgelaufenen Saison muss man für die aktuelle Zielsetzung des Trainers von BW Dingden in der A-Liga nicht mehr großartig nachrechnen.

"Natürlich stehe ich zu dieser Aussage. Sie bedeutet, dass wir jetzt aufsteigen wollen. Aber das wird kein Selbstläufer", sagt Juch. Für ihn ist die Mannschaft von TuB Bocholt "der eigentliche Favorit". Aber auch DJK TuS Stenern und den SV Biemenhorst sieht Juch weit vorne. "Beim SV Rees weiß man nach der starken Rückrunde zuletzt auch nicht, was auf einen jetzt zukommt. Der SV Spellen als Absteiger ist für mich auch nur schwer einzuschätzen", zählt der Coach weitere Konkurrenten auf.

Sehr gut glaubt Juch seine Neuzugänge einschätzen zu können, die er in drei Kategorien unterteilt. Es beginnt mit Julian Weirather, langjähriger Kapitän des Hamminkelner SV, und Bastian Tafese, zuletzt Spielertrainer bei Olympia Bocholt. "Das sind Typen, die uns von der Einstellung, Qualität und Erfahrung aus der Bezirksliga mit Sicherheit sofort weiterhelfen können. Sie sind gekommen, um erfolgreich Fußball zu spielen und dafür sogar eine Klasse tiefer gewechselt. Außerdem wohnt Julian in Dingden."

Als nächstes kommt eine Fraktion, die den mit 102 Toren zuletzt nicht gerade erfolglosen Angriff noch gefährlicher machen soll. Dazu zählen Ken und Kevin Schneiders, die bei Borussia Bocholt in der vergangenen Saison zusammen 31 Treffer erzielten, sowie Kevin Stüwe (VfL Rhede II). "Wir brauchen mehr Geschwindigkeit nach vorne. Die Schneiders-Brüder kenne ich schon lange und wollte sie schon immer trainieren", sagt Juch. Kevin Stüwes Vater habe außerdem lange in Dingden gekickt und damit auch einen Bezug zu BWD. Seinem Sohn fehlt nach längerer Verletzungspause aber noch die Spielpraxis.

Ebenfalls als sehr torgefährlich, bei der DJK Rhede allerdings nur in der B-Liga, hat sich zuletzt Sebastian Kamps präsentiert. "Er möchte sich höherklassig beweisen und ist in der Offensive sowie im Mittelfeld flexibel einsetzbar", berichtet der Dingdens Trainer. Zudem ist Kamps der Cousin von Patrick Liebrand, der ebenfalls von der DJK kommt und sich neben Johannes Buers um den Posten zwischen den Pfosten bei den Blau-Weißen bewirbt. Mit Stefan Buers, der zuletzt ausgeholfen hat, macht ein dritter Keeper die Vorbereitung mit.

So besitzt Juch nicht nur auf dem Feld die Qual der Wahl. Und die dürfte im Mittelfeld noch größer werden, wenn sein oberligaerfahrener Sohn Kevin (VfL Rhede, 1. FC Bocholt) nach auskuriertem Kreuzbandriss im Winter dazustößt. "Wir hatten schon viel Qualität und haben noch mehr dazubekommen", so der 49 Jahre alte Coach. Die Aufgabe sei es jetzt, aus dieser Qualität eine echte Mannschaft zu formen, die ganz oben mitspielen könne.

Dirk Juch betont, dass der Verein mit seinen Neuzugängen keinerlei wirtschaftliche Risiken eingeht. "Einige der neuen Spieler arbeiten nun in Dingden. Aber sie sind alle Teil eines Konzepts im Verein, in dem jeder Akteur gleichgestellt ist - auch wenn uns das nicht jeder glaubt und Leute von außen gerne irgendwelche Märchen erzählen."

Zu dem jüngst öffentlich gemachten Vorwurf des Vaters von Tobias van Wahnem, der mit Felix Paus zum Hamminkelner SV wechselte, dass Juch junge Spieler in Dingden "vergrault" hätte, sagt der Coach: "Jeder kann seine Meinung haben, aber das hat mich schon getroffen - zumal die Fakten eine andere Sprache sprechen", so Juch. "Mein Co-Trainer Leo Beckmann und ich arbeiten sehr gerne mit jungen Spielern. Johannes Buers, Michael Leyking, Timo Holtkamp oder Nils Wenk kamen aus der A-Jugend und haben fast immer gespielt, wenn sie nicht verletzt waren. Unter unseren Neuzugängen sind auch 19- und 20-Jährige", sagt Juch. Als junger Fußballer brauche man manchmal auch Geduld, die heutzutage aber scheinbar nicht mehr jeder habe, so Juch.

Quelle: RP
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