| 00.00 Uhr

Der Triumph

Le Mans/Emmerich. Für Nico Hülkenberg hätte sein erster Auftritt beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans erfolgreicher nicht sein können. Zusammen mit seinen Teamkollegen Nick Tandy (Brite) und Earl Bamber (Neuseeland) gewann der Emmericher im Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 19 die 83. Auflage des Langstreckenklassikers. "Das Gefühl, in der Auslaufrunde diese Menschenmassen zu sehen, die jubeln und mit Fahnen schwenken, ist einfach unbeschreiblich", sagte der 27-jährige Hülkenberg unmittelbar nach der Siegerehrung. "Es dauert bestimmt noch einige Tage, bevor ich das alles so richtig verstehe. Jetzt wird erst mal ordentlich gefeiert, dann geht's morgen nach Hause. Ich freue mich auf zwei, drei Tage Ruhe, bevor es weiter zum Formel-1-Grand-Prix nach Österreich geht." Von René de Boer

Als erster aktiver Formel 1-Fahrer in Le Mans seit dem Franzosen Sébastien Bourdais 2009 stand Nico Hülkenberg die ganze Woche im Mittelpunkt des ohnehin gigantischen Medieninteresses bei dem legendären Rennen. "Am Montag kam ich direkt vom Formel 1-Grand-Prix aus Kanada in Le Mans an, rechtzeitig für die Abnahme in der Stadt", sagte er. Am Dienstag und Mittwoch gab es zahlreiche Medientermine, bevor ab dem späten Mittwochnachmittag im freien Training und im anschließenden Zeittraining erstmals gefahren wurde. Am Donnerstag folgte das abschließende Zeittraining. Der Freitag war für Hülkenberg ebenfalls mit zahlreichen Medienterminen und der traditionellen Fahrerparade in der Innenstadt von Le Mans gefüllt, bevor es am Samstag um 15 Uhr mit dem Rennen losging.

Nico Hülkenberg fuhr den Start im Porsche seines Teams, bei dem er zunächst einmal zwei Plätze verlor. "Das hat mich aber nicht besonders beunruhigt. Ich wollte anfangs keine unnötigen Risiken eingehen und erst einmal sehen, was die Konkurrenz so macht", sagte Nico Hülkenberg. Mit zwei spektakulären Überholmanövern holte der Emmericher die Positionen später wieder zurück, ehe er nach zwei Stunden und 17 Minuten das Auto zum Fahrerwechsel an die Box fuhr. Auch von 20.53 bis 0.13 Uhr, von 6.16 bis 8.00 Uhr und von 13.26 Uhr bis zum Zieleinlauf lenkte Hülkenberg den weißen Porsche mit der Startnummer 19 über die Strecke und schließlich als Erster ins Ziel.

Dabei wurde es in der Schlussphase noch einmal haarig, als plötzlich Regen einsetzte. "Das Team sagte, dass ich ruhig fahren sollte. Sorgen habe ich mir keine gemacht. Ich lasse mich nicht so schnell auch nicht aus der Fassung bringen", so Hülkenberg, der das Auto sicher über die Ziellinie fuhr. In den 24 Stunden hatten er und seine Teamkollegen 395 Runden auf dem 13,629 Kilometer langen Kurs zurückgelegt.

Der frühere Formel 1-Fahrer Mark Webber, der Nico Hülkenberg den einen oder anderen Tipp gegeben hatte, belegte mit Timo Bernhard und dem Neuseeländer Brendon Hartley mit einer Runde Rückstand Platz zwei und komplettierte so den Erfolg für Porsche im zweiten Jahr nach der Rückkehr der Stuttgarter in der höchsten Klasse in Le Mans. Bei der Siegerehrung durfte sich Nico Hülkenberg nicht nur über einen großen Pokal, sondern auch über eine Uhr des Rennsponsors freuen. "Toll, ich bin Uhrensammler. Das freut mich ganz besonders", sagte er.

Besonders in der nächtlichen Phase, als es draußen erheblich kühler war, legte das Trio im Porsche mit schnellen Rundenzeiten den Grundstein für den Sieg - der 17. Erfolg für die Stuttgarter Marke, die damit Rekordhalter in Le Mans ist. Für Hülkenberg selbst war es der erste Rennsieg seit seinem Erfolg 2009 in der GP2-Serie im portugiesischen Portimao.

"Natürlich ist es ein tolles Gefühl, wenn man ein Auto hat, mit dem man um den Sieg mitfahren kann. Das heißt aber nicht, dass ich jetzt komplett in den Sportwagensport wechseln werde. Ich finde die Formel 1 ja auch toll. Und ich bin in der glücklichen Situation, dass ich beide Klasse fahren darf. Für einen Rennfahrer gibt es kaum etwas Besseres."

Ob er auch im kommenden Jahr wieder in Le Mans an den Start gehen wird, ist für Nico Hülkenberg noch offen. "Natürlich würde ich es mir wünschen. Aber dafür braucht man auch in der Formel 1 einen Teamchef, der mitspielt, wie jetzt Vijay Mallya, der vor Ort war und voll Begeisterung mitgefiebert hat. Aber jetzt möchte ich erst einmal diesen Sieg genießen. Es ist sicherlich der größte Erfolg meiner Karriere", sagte er.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Der Triumph


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.