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Leichtathletik
Ein Volkslauf mit sehr vielen Siegern

Haldern. Zwölfte Auflage von "Rund ums Reeser Meer": Rund 200 Langstreckler machten gestern in Haldern im Team "Menschsein inklusive" gemeinsame Sache. Christian Wimmer gewinnt den 12000-Meter-Lauf in 44,28 Minuten. Von Volker Himmelberg

Guillermo Luengas wird den gestrigen Tag garantiert so schnell nicht vergessen. Der junge Mitarbeiter der Lebenshilfe Unterer Niederrhein hatte trotz seiner Behinderung vor wenigen Wochen mit dem Lauftraining unter Regie von Coach Klaus Rodermond begonnen. Und gestern gab's bereits den ersten Pokal in der frischen Sportlerkarriere. Der 18-Jährige bewältigte die 5000-Meter-Distanz in 30,48 Minuten und landete damit im Feld der U 20-Junioren auf Rang drei. Ohnehin gab's bei der zwölften Auflage des Volkslaufs "Rund ums Reeser Meer" jede Menge Sieger. Rund 200 Läufer und Läuferinnen bildeten das Team "Menschsein inklusive". Sportler mit und ohne Behinderung machten in blauen Shirts gemeinsame Sache und hatten viel Spaß. "Das war eine tolle Sache. Man hat gesehen, wie das Miteinander im Sport problemlos funktionieren kann", sagte Lebenshilfe-Sprecher Ole Engfeld, der ebenso wie seine Chefin Verena Birnbacher den "Lebenshilfe-Jubiläumslauf" über 5000 Meter absolvierte.

Unter dem Strich verzeichnete der Gastgeber Lauftreff Haldern gestern in sämtlichen Wettbewerben - vom Bambini-Lauf über 400 Meter bis zum zwölf Kilometer langen Hauptlauf - 499 Teilnehmer. Trotz der etwas rückläufigen Tendenz zeigte sich Organisator Jürgen Recha, der mit einem 113-köpfigen Helferteam für einen reibungslosen Ablauf sorgte, sehr zufrieden. "Wenn wir die Marke von 400 Teilnehmern übertreffen, ist für uns schon alles in Ordnung. Schließlich möchten wir mit unserem Volkslauf ja kein Geld verdienen", erklärte Recha.

Der 12000-Meter-Lauf endete gestern mit einer Überraschung. Der Emmericher Realschullehrer Christian Wimmer, der sich vor kurzem beim Internationalen Grenzlauf des Turnvereins Elten nur knapp hatte geschlagen geben müssen, siegte in sehr guten 44,28 Minuten. Dahinter folgten zwei Männer aus Bocholt, die in der Vergangenheit die "Hölle von Haldern" schon einmal für sich entschieden hatten. Andreas Schmeinck erreichte in 45,06 Minuten vor Georg Dohle (45,29), der für das Team "Menschsein inklusive" startete, das Ziel. Die schnellste Frau kam gestern wieder einmal aus Emmerich. Michaela Born, die für den TSV Weeze startet, bewältigte die Strecke in sehr guten 53,35 Minuten. Wenige Minuten später durfte sich ein Nachwuchsläufer von den Besuchern feiern lassen, dem die Zukunft gehört. Der gerade einmal zehnjährige Isselburger Finn Filip Spiekers benötigte nur 56,50 Minuten - so sehen Marathonläufer von morgen aus.

Im 5000-Meter-Wettbewerb setzte der Niederländer Jeroen Reintjes, der für Atletico '73 Gendringen startet, seine Siegesserie fort. Er traf nach nur 16,33 Minuten schon wieder im Lindenstadion ein - angesichts des hohen Tempos konnte kein Konkurrent mithalten. "Das ist ein netter Kerl, der Jahr für Jahr zu uns kommt. Der betreibt aber praktisch Leistungssport", sagte Recha. Die Zuschauer mussten eine Weile auf den nächsten Läufer warten. Alexander Reichmann vom Triathlon-Team des Reeser Schwimmclubs überschritt nach 17,58 Minuten die Ziellinie und freute sich über den zweiten Platz. Dritter wurde Marco van Beek ("Bunert Running Team") in 18,07 Minuten.

Samuel Preuß vom TTV Rees-Groin deutete an, dass er konditionell bereits startklar für die kommende Saison in der Tischtennis-Oberliga ist. Er bewältigte die Strecke in 19,45 Minuten und sicherte sich damit Platz drei in der Gesamtwertung der Männer.

Quelle: RP
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