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Lokalsport
Erfolgscoach Roman Buhl verlässt WTV

Lokalsport: Erfolgscoach Roman Buhl verlässt WTV
Roman Buhl (rechts) - hier mit Weitspringer Kemo Abbing - ist seit 1999 Trainer beim Weseler TV. FOTO: WTV
Niederrhein. Der 45-Jährige wechselt im September zum LAZ Rhede, weil es unterschiedliche Auffassungen über die Trainingsarbeit in der Leichtathletik-Abteilung des Weseler TV gibt. Gut möglich ist, dass einige Athleten dem Übungsleiter folgen. Von Joachim Schwenk

Herber Rückschlag für die Leichtathletik-Abteilung des Weseler TV: Erfolgscoach Roman Buhl geht. Er wird die Wettkampfgruppe noch bis Ende August bei allen Meisterschaften betreuen. Dann ist nach 18 Jahren Schluss beim WTV. Der 45-Jährige wird ab dem 1. September als Trainer beim LAZ Rhede arbeiten, wo er für den Bereich Sprung zuständig sein wird. Grund für den Wechsel von Roman Buhl sind unterschiedliche Auffassungen über die Trainingsarbeit.

"Ich werde kein böses Wort über den Weseler TV verlieren, bei dem ich viele schöne Momente erlebt habe. Es gibt halt unterschiedliche Vorstellungen, wie Leichtathletik als Wettkampfsport funktionieren und gelebt werden muss", sagt Buhl, ein Perfektionist bei der Trainingsarbeit. Gut möglich ist, dass talentierte Athleten wie Simon Heweling, der gerade erst Nordrhein-Meister der Jugend über 100 und 200 Meter geworden ist, oder Hochspringerin Elisa Stumpen dem Coach folgen werden, der sich zuletzt bei der Betreuung der Wettkampfgruppe etwas alleine gelassen fühlte.

"Es sind Konzepte, die wir besprochen haben, nicht nachhaltig umgesetzt worden. Dadurch hat es eine erhebliche Belastung für mich gegeben, die ich in Rhede nicht haben werde. Dort sind fünf Übungsleiter in dem Bereich tätig, um den ich mich in Wesel alleine kümmere", sagt Buhl, der 2014 aus gesundheitlichen Gründen eine mehrmonatige Auszeit vom Trainer-Job genommen hatte. Er wird mit dem Landesleistungs-Stützpunkt im Hochsprung, den er bislang in Wesel betreute, ebenfalls nach Rhede gehen.

Der Weseler TV bedauert die Entscheidung des Trainers, unter dessen Regie zahlreiche Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und Titelkämpfen auf Verbandsebene gewonnen wurden. "Roman Buhl hat uns seinen Entschluss in der letzten Woche per E-Mail mitgeteilt. Wir verlieren einen hervorragenden Trainer, der aber auch besondere Ansprüche hat, die wir beim WTV derzeit nicht erfüllen können", sagt Dieter Jantz, Leiter und Trainer der Leichtathletik-Abteilung. Der Zeitpunkt der Entscheidung überrascht ihn. "Wir hatten vor vier Wochen noch ein Gespräch. Da hat Roman Buhl gesagt, dass er sich die Entwicklung im nächsten Jahr anschauen will. Manche Sachen lassen sich auch nicht in ein oder zwei Monaten umsetzen", sagt der Abteilungsleiter, der seit einem halben Jahr im Amt ist.

Er habe, so Jantz, großen Respekt vor dem, was Buhl bei seiner Arbeit für den Club zeitlich investiert habe. "Das war beeindruckend. Der WTV ist aber kein Verein, der seinen Übungsleitern ein Honorar zahlen kann. Wir machen das alle ehrenamtlich. Für mich und einige andere Trainer hat der Einsatz für den Verein gewisse Grenzen, weil es für uns ein Leben neben dem Sport gibt", sagt Jantz, der auch Vorsitzender des Leichtathletik-Kreises ist.

Für Rolf Messerschmidt, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtvereins und dienstältester Übungsleiter der Leichtathletik-Abteilung, ist der Wechsel von Roman Buhl ein großer Verlust. "Wir verlieren enorm viel Fachkompetenz, weil er ein sehr guter Trainer ist. Doch wir können beim WTV nicht nur den Leistungsgedanken in den Vordergrund stellen, sondern müssen auch die Breitensportler in der Abteilung mitnehmen", sagt Messerschmidt. Jantz und Messerschmidt betonten, dass es weiter Leistungssport beim Weseler TV geben wird. "Wir werden vielleicht in ein kleines Loch fallen, weil wir damit rechnen müssen, dass uns auch gute Athleten verlassen. Doch wir wollen weiter den Leistungsgedanken fördern", sagt Jantz. Der WTV müsse jetzt sehen, wie er die Aufgaben beim Training künftig verteilen wird. Geplant ist erst einmal, dass Rolf Messerschmidt, Wolfgang Schroller und Dieter Jantz dann die Wettkampfgruppe betreuen. "Wir haben bald auch mehr Alternativen, da vier Mitglieder derzeit an einer Trainer-Ausbildung teilnehmen", sagt Jantz. Deshalb sei ihm um die Zukunft der Abteilung nicht bange.

Das sieht auch Messerschmidt so. "Wir müssen uns jetzt selbstverständlich neu sortieren. Wir haben dabei den Vorteil, dass wir so viele Übungsleiter wie nie haben", sagt der stellvertretende WTV-Vorsitzende. Keine Frage ist für ihn, dass der Verein weiter Großveranstaltungen im Auestadion ausrichten wird. "Denn der Deutsche Leichtathletik-Verband und der Verband Nordrhein rennen uns die Türen ein, weil sie wollen, dass Meisterschaften in Wesel stattfinden."

Quelle: RP
 
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