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Leichtathletik
Herzschlag-Finale beim Weezer Laufspektakel

Weeze. Jörn Hansen siegt beim 38. Pfingst-Halbmarathon in Weeze. Erst wenige Meter vor dem Ziel überholt er Roman Heynen von Marathon Kleve. Tom Faessen (Straelen) gewinnt über 5000 Meter. Von Christian Cadel

Spannender hätte das Finish des 38. Pfingst-Halbmarathons, der vom TSV Weeze in bewährter Manier veranstaltet wurde, nicht sein können. Der sechsmalige Sieger Jörn Hansen von der LG Alpen gehörte zwar schon vor dem Start zu den Top-Favoriten, dass er aber bis zum Schluss so hart kämpfen musste, war doch überraschend.

Sein Rivale Roman Heynen vom LV Marathon Kleve war als Erster ins Stadion des August-Janssen-Sportzentrums eingelaufen. Doch sein Vorsprung schmolz Meter um Meter. Trotz seines flüssigen Laufstils musste sich Heynen noch geschlagen geben. 20 Meter vor dem Ziel mobilisierte Jörn Hansen noch einmal alle Kräfte, überholte Heynen, überquerte nach 1:11,13 Stunden die Ziellinie und schrie seine Freude über den siebten Sieg in Weeze laut heraus. Konkurrent Heynen kam nur eine Sekunde später ins Ziel. Sofort fielen beide zu Boden. "Ich habe immer an den Sieg geglaubt. Auf der Strecke haben wir beide uns richtig gekebbelt. Es war ein Hin und Her. Der Sieg ist zwar knapp, aber einfach nur genial", sagte Hansen.

Heynen blieb gelassen und spendierte dem Gewinner einen Becher Flüssiges. "Ich nehme es mit Humor, so knapp geschlagen worden zu sein. Ich bin Landwirt und hatte in den vergangenen Wochen nur wenig Zeit, um zu trainieren", sagte der Zweitplatzierte, der aber immerhin den Kreismeistertitel gewann. Wie überlegen die beiden waren, zeigte die Zeit des drittplatzierten Rob Linders. Er kam erst siebeneinhalb Minuten später nach 1:18,42 Stunden ins Ziel. Als schnellste Frau brauchte Irma van Rijswijck (Orion Venlo) noch etwas länger (1:29,05 Stunden).

Auch der Fünf-Kilometer-Lauf hatte es in sich. 159 Athleten waren dabei. Den Sieg sicherte sich das Straelener Talent Tom Faessen, das fürs Triathlon Team Ratingen startet. Tom Faessen, der mit Teamkamerad Valentin Mussehl loslief, war nach fünf Kilometern elf Sekunden schneller. Faessen freute sich nach 17:55 Minuten über Platz eins, Mussehl wurde Zweiter in 18:06 Minuten. "Wir beide sind in der Triathlon-Vorbereitung. Ich habe etwas gewartet, habe mich am Ende dann aber doch absetzen können", sagte der Straelener. Mussehl nahm es locker: "Im Schwimmen bin ich besser."

So einfach war der Doppelsieg für die beiden aber nicht. Denn Luca Fröhling (SV Sonsbeck), der in 18:09 Minuten auf Rang drei lief, hatte sie bis zum Schluss gefordert. "Ich wusste, dass Luca stark ist", gab Faessen zu. Fröhling, der vor fünf Wochen einen schweren Trainingsunfall (Ellenbogenbruch beim Radfahren) hatte, präsentierte sich schon wieder in ganz guter Verfassung. "Für mich waren die fünf Kilometer ein Probelauf. Ich muss jetzt erstmal wieder sehen, wo ich stehe", sagte er.

Aber nicht nur ambitionierte Sportler gingen auf die Strecke. Landrat Wolfgang Spreen, der hin und wieder an einigen Laufveranstaltungen teilnimmt, hatte gestern auch die Reise nach Weeze gemacht. "Ich bin eher ein Genussläufer. Mit meiner Zeit bin ich auch ganz zufrieden", sagte der Politiker, der als 131. nach 27:52 Minuten ins Ziel kam. Schnellste Frau über die fünf Kilometer war Marlien van Beek vom TSV Weeze, die bereits beim Citylauf in Geldern vor einer Woche gezeigt hatte, was in ihr steckt. Mit ihren glatten 19 Minuten war sie nicht ganz zufrieden: "Ich kann eigentlich schneller laufen."

Egal, ob die Zeiten nun in Ordnung waren oder nicht, der Spaß kam nicht zu kurz. Auch Moderator Laurenz Thissen ließ den einen oder anderen lockeren Spruch fallen, wenn die Athleten, teilweise schon am Limit ihrer Kräfte, ins Stadion einliefen. So zum Beispiel beim "3x7"-Staffellauf, als der Schlussläufer des Teams "Muddies und Triathlon", ins Ziel trabte.

Besonders großen Applaus gab's vor allem für die kleinsten Läufer, die Bambini und Schüler - und natürlich für die Organisatoren des TSV Weeze, die es geschafft hatten, insgesamt 684 Läufer nach Weeze zu locken.

Quelle: RP
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