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Hülkenberg will keinen "Heiligenschein"

Lokalsport: Hülkenberg will keinen "Heiligenschein"
Nico Hülkenberg fiebert dem Saisonstart entgegen. "Ich kann es kaum noch abwarten, wieder Rennen zu fahren." FOTO: James Moy/Force India
Emmerich. Formel 1: Der Emmericher kritisiert das für 2017 geplante Sicherheitssystem, das Heiligenschein genannt wird. "Ich halte davon gar nichts", sagt der Force-India-Pilot, der zuletzt bei den Testfahrten in Barcelona gute Ergebnisse erzielt hat. Von Torsten Tenbörg

Nico Hülkenberg hat bei den Testfahrten in Barcelona Selbstvertrauen getankt. "Ich denke, wir sind bestens vorbereitet", sagte der 28-jährige Emmericher nach seinem letzten Test im neuen Force India. "Ich sehe unheimlich viel Potenzial im VJM09 und kann es kaum noch abwarten, wieder Rennen zu fahren."

Noch bis zum 20. März muss sich Hülkenberg gedulden. Dann steht der Saisonauftakt mit dem Großen Preis von Australien an. Wo Force India vor dem Saisonstart aber wirklich steht, lässt sich nur vermuten. Auch die Fahrer stochern da noch im Dunkeln. "Schön wäre es, aber das ist nicht die Realität", lautete Hülkenbergs Antwort auf die Frage von Motorsport-Total, ob Force India die dritte Kraft in der Formel 1 sein könnte. "Mit Williams könnte es vielleicht recht eng sein. Mal schauen, wie sich das entwickelt. Ich würde mir wünschen, dass wir mit Williams auf Augenhöhe sind. Auf Grundlage dessen, was ich bisher so gesehen habe, könnte es aber eher ein Kampf zwischen uns, Toro Rosso und Red Bull werden."

Ein Verbesserungspotenzial am Auto hat der 28-Jährige schon ausgemacht. So fehle noch Abtrieb. Je mehr Abtrieb der Wagen hat, desto höher ist der Grip auf der Strecke. Das wiederum bedeutet, dass in den Kurven schneller gefahren werden kann. Zudem würde mehr Grip auch die Reifen schonen. Gerade die Lebensdauer der neuen Ultrasoft-Mischung scheint ein Thema zu werden.

Nico Hülkenberg hat in Barcelona wiederholt Klartext zum Cockpit-Schutz, der ab 2017 kommen soll, gesprochen. "Ich halte davon gar nichts. Es sieht einfach furchtbar aus", sagt der Emmericher. Die Sicherheit sei schon sehr gut geworden. In den vergangenen 20 Jahren habe sich viel getan. "Aber man kann nicht jedes Risiko ausschließen. Da muss eine gewissen Balance gewahrt bleiben. Ich fühle mich auch so ziemlich sicher im Auto."

Ferrari hatte in Barcelona das so genannte Heiligenschein-Konzept probeweise montiert. Bei vielen Formel-1-Fans fiel das Design komplett durch. Hülkenberg kann die Reaktionen der Anhänger gut nachvollziehen. "Das macht den Sport unsexy und unattraktiv", so der Force-India-Pilot. "Es muss ein gewisses Gefahrenpotenzial vorhanden sein. Sonst wird der Sport sterilisiert. Damit senden wir ein falsches Signal. Optisch gefällt es mir überhaupt nicht. Es sieht einfach falsch aus. Wir dürfen hier nicht verweichlichen." Neben dem mehr als gewöhnungsbedürftigen Design ist zudem auch noch nicht geklärt, ob der Sicherheitsbügel die Fahrer in ihrer Sicht behindert.

Ob Vijay Mallya, Teamchef von Force India, zum Saisonauftakt in Australien live vor Ort dabei sein kann, ist im Moment ungewiss. Denn heute kommt es in seiner indischen Heimat zu einer Anhörung vor Gericht, wo es um den Bankrott seiner Fluglinie Kingfisher geht.

Die Gläubiger haben im Vorfeld gefordert, dass Mallya inhaftiert und ihm der Reisepass entzogen wird, da er sich sonst ins Ausland absetzen könnte. Der extrovertierte Geschäftsmann Mallya wittert hinter den Gerüchten eine gezielte Intrigen-Kampagne gegen seine Person.

Quelle: RP
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