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Lokalsport
Kleve: Schiedsrichter verweist Rollstuhlfahrer aus Innenraum

Niederrhein. Die 0:3-Niederlage des Fußball-Landesligisten 1. FC Kleve gegen das U 23-Team von Rot-Weiß Oberhausen war für einige Fans am Sonntag nach dem Spiel eher zur Nebensache geworden. Sie ärgerten sich vielmehr über ein Vorkommnis vor dem Anpfiff und beschwerten sich noch am Abend per E-Mail beim Fußball-Verband über Schiedsrichter Florian Spitzer. Der Referee hatte Rollstuhlfahrer, die seit Jahren die Spiele des FC Kleve aus dem Innenraum heraus verfolgen, gebeten, eben diesen zu verlassen - zum Unmut vieler Anhänger der Rot-Blauen.

In der E-Mail, deren Wortlaut sie auch auf Facebook veröffentlichten, schrieben die drei Fanclubs: "Für uns ist das in Angesicht der auch in der Politik immer noch aktuellen Diskussion der Inklusion und Einbeziehung behinderter Menschen in den Alltag ein absolut unverzeihlicher und unmenschlicher Akt. Der Fußball ist für alle Menschen da. Wir sollten den behinderten Menschen in unserer Gesellschaft jederzeit ermöglichen, einem Spiel ihres Lieblingsvereins beizuwohnen."

Wegen der "stadionbaulichen Gegebenheiten" auf dem Bresserberg sei es nun mal nicht anders möglich, als dass Rollstuhlfahrer das Spiel im Innenraum verfolgen könnten. Holger Hahn, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses, bestätigte auf Anfrage, dass der Referee nach den Regeln richtig gehandelt habe. "Formell hat der Schiedsrichter Recht. Die Regelungen sind zu dieser Saison noch einmal verschärft worden. Die Schiedsrichter werden angehalten die Anzahl der Menschen, die sich während des Spieles im Innenraum sind, möglichst gering zu halten." Ohnehin sei es auch aus Verletzungsgründen nur Offiziellen erlaubt, im Innenraum zu sein. Außerdem sei der Verein dafür verantwortlich, einen geeigneten Platz für Rollstuhlfahrer während einer Partie zu finden, der sich nicht im Innenraum befindet, meinte Hahn.

(pets)
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