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Fußball
"Mein größter Wunsch ist der Aufstieg"

Fußball: "Mein größter Wunsch ist der Aufstieg"
Patrick Braun (Mitte) wird nach seinem Siegtreffer im Spiel gegen den FSV Duisburg von seinen Mitspielern gefeiert. FOTO: Gottfried Evers
Emmerich. Der 26-jährige Innenverteidiger ist mit dem Fußball-Landesligisten 1. FC Kleve auf dem Weg in die Oberliga.

Niederrhein Patrick Braun (26), Innenverteidiger des Fußball-Landesligisten 1. FC Kleve, sprach mit der Rheinischen Post über den bisherigen Verlauf der Saison, die für seine Mannschaft nach einer guten Vorbereitung überraschend zäh begann. Erst nach dem achten Spieltag fasste der FC Tritt und wurde den Erwartungen gerecht. Es folgte eine Serie von zehn Spielen ohne Niederlage.

Bei der Durchsicht unseres Archivs haben wir Sie mit raspelkurzen Haaren auf einem Mannschaftsfoto vor dem Start der NRW-Liga-Saison 2010/11 entdeckt. Erinnern Sie sich noch an diese Zeit?

PATRICK BRAUN In der ersten Saison in der NRW-Liga haben wir eine sehr gute Rolle gespielt, ich selber kam auf 29 Einsätze. Ich konnte von Mitspielern wie Marius Sowislo, Umut Akpinar und Patrick Behrendt enorm viel lernen. Außerdem erinnere ich mich an eine sehr schöne Fahrgemeinschaft mit Simon Roemgens und Tobias Klemt, mit denen ich auch in der Freizeit viel unternommen habe.

Wo haben Sie vor Ihrer Klever Zeit Fußball gespielt?

BRAUN Angefangen habe ich beim TSV Weeze. Mit Beginn meiner C-Jugendzeit bin ich zum SV Straelen gewechselt, wo ich drei Jahre gespielt habe. Das zweite B-Jugend-Jahr habe ich bei Siegfried Materborn verbracht, ab der A-Jugend habe ich für den 1. FC Kleve gespielt.

Wer hat Sie seinerzeit zum Bresserberg gelockt?

BRAUN Der erste Kontakt zum 1. FC Kleve kam bereits zustande, als ich noch beim TSV Weeze spielte. Mein Ansprechpartner beim FCK war Ralph van Hoof.

Schon damals spielte Umut Akpinar in Kleve. Mit ihm bildeten Sie noch im vergangenen Jahr das Abwehrzentrum in der ersten Klever Mannschaft. Was schaut man sich von einem so routinierten Mitspieler ab?

BRAUN Umut war nicht nur auf dem Platz enorm wichtig für jeden in der Mannschaft, auch neben dem Platz war er ein Vorbild. Wenn man neben so einem erfahrenen Fußballer spielen darf, ist das natürlich etwas einfacher für einen. Umut strahlte immer Ruhe aus und gab mir dadurch sehr viel Selbstvertrauen.

Sie gehören zu den erfahrenen Spielern im Kader. Wären Sie gerne auch der Kapitän dieser Mannschaft?

BRAUN Wenn ich Nein sagen würde, wäre das gelogen. Man muss aber nicht unbedingt der Kapitän sein, um in der Mannschaft seine Meinung vertreten zu können.

Fühlen Sie sich auch ohne Kapitänsbinde als Führungsspieler?

BRAUN Ich selbst sehe mich schon durch die lange Verbundenheit mit dem Verein als Führungsspieler. Ich stelle mich aber auch gerne der Verantwortung. Ich denke und hoffe auch, dass meine Worte innerhalb der Mannschaft etwas zählen.

Seit zehn Spielen hat Ihre Mannschaft nicht mehr verloren, ist Tabellenführer mit fünf Punkten Vorsprung. Was war aber der Grund für den schleppenden Saisonstart?

BRAUN Das ist eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. Vielleicht lag es an der überaus guten Vorbereitung, dass wir dachten, diese Saison wird schon laufen. Wir starteten zwar mit einem deutlichen Sieg gegen den PSV Wesel, jedoch war das kein gutes Spiel von uns. Das merkte man auch in den nächsten Partien. Wir wirkten nicht so sicher wie in der Vorbereitung und konnten nicht unsere spielerische Klasse zeigen.

Wie verändert sich durch ein nicht ganz so optimal verlaufendes Spiel Trainer Thomas von Kuczkowski?

BRAUN Thomas sieht man sofort an, wenn ein Spiel verloren wurde. Er hat in der folgenden Woche nicht die beste Laune und sieht es überhaupt nicht gerne, wenn im Training ein bisschen Spaß gemacht wird.

Was schätzen Sie an der Arbeit von Thomas von Kuczkowski?

BRAUN Thomas steckt sehr viel Zeit und Ehrgeiz in seine Arbeit. Er ist ein schlechter Verlierer, so wie es jeder Sportler sein sollte.

Nach der Niederlage gegen Homberg hatte es den Eindruck, als wäre ein Ruck durch das Team gegangen. Wer hat da wem den Kopf gewaschen?

BRAUN Wir haben nicht viel anders gemacht. Es wurde im Training weiter sehr gut gearbeitet. Das Spiel in Straelen, das auf Homberg folgte, kam uns ein bisschen entgegen. Denn Straelen war eine Mannschaft, die mitspielen wollte. Und wir besannen uns aller unserer Tugenden. Man konnte sehen, dass wir wieder Lust hatten, Fußball zu arbeiten, aber auch guten Kombinationsfußball zu zeigen.

Worauf muss man achten, damit es erfolgreich weitergeht?

BRAUN Eigentlich ist es ja schade, dass jetzt Winterpause ist. Denn alle Spieler waren fit und in guter bis sehr guter Verfassung. Wir müssen die Vorbereitung konzentriert angehen und uns dann wieder von Spiel zu Spiel unserem Ziel nähern.

Welche Mannschaft halten Sie für die größten Konkurrenten im Aufstiegskampf?

BRAUN Mit Blick auf die Tabelle muss man als erstes den VfL Rhede nennen. Hinzu kommen Union Nettetal, VfB Homberg und FSV Duisburg.

Kann der jetzige Kader in der Oberliga bestehen?

BRAUN Wie einige Vorbereitungsspiele im Sommer gegen klassenhöhere Gegner gezeigt haben, hat die Mannschaft die Qualität für die Oberliga. Vorausgesetzt allerdings, sie kann so eine Leistung stabilisieren. Testspiele sind ein Indiz für die Qualität, man sollte sie als unterklassiger Verein aber auch nicht überbewerten.

Was würde der Aufstieg in die Oberliga für Sie persönlich bedeuten?

BRAUN Es würde erst mal eine Last von einem abfallen, da wir dieses Ziel ja schon so lange Zeit verfolgen. Ich würde mich auch darüber freuen, dass wir uns mit noch besseren Fußballern messen können.

Wenn Sie mal nicht in Sachen Fußball unterwegs sind, wie entspannen Sie?

BRAUN Ich bin viel mit meinen Freunden unterwegs, aber ich genieße auch die Zeit auf der Couch vor dem Fernseher. In der fußballfreien Zeit bin ich auch gerne mal mit unseren Pferden unterwegs.

Was wünschen Sie sich denn sportlich, aber auch privat für das Jahr 2016?

BRAUN Der größte Wunsch für den Verein und für mich ist der Aufstieg in die Oberliga. Privat erhoffe ich mir, dass es beruflich erfolgreich weiterläuft und ich das Glück in der Liebe finde.

DAS GESPRÄCH FÜHRTEN SABRINA PETERS UND REINHARD PÖSEL

Quelle: RP
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