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Fußball
Trainieren wie die Profis
Fußball: Trainieren wie die Profis
Kemal Dogu, Neuzugang des Fußball-Bezirksligisten RSV Praest, auf dem Laufband. Fitness-Trainer Patrick Prehn notiert akribisch genau die Daten des Mittelfeldspielers. FOTO: RPO
Fußball-Bezirksligist RSV Praest schlägt in der Saisonvorbereitung neue Wege ein. Unter der Anleitung von Patrick Prehn wurden die aktuellen Leistungswerte der Kicker ermittelt. Von Florian Thuis

Praest Fußballer, die in jeder Partie alles aus sich herausholen können. Also ein perfekter Leistungsabruf während der kompletten 90 Minuten. Ausdauer, wie man sie nur bei den Profis sieht: Der Traum eines jeden Fußballtrainers.

Perfektes Trainingsprogramm

Doch dieser Traum scheint nicht mehr länger ein Traum zu bleiben. In naher Zukunft wird es möglich sein, für jede Mannschaft und jeswn einzelnen Spieler das perfekte Trainingsprogramm zu erstellen. Möglich ist dies mit der in Deutschland noch unbekannten Software „I-Mett“. Hierbei handelt es sich um eine Computer-Software und ähnelt dem gewöhnlichen Laktattest, der von den meisten Vereinen vor Saisonstart dazu benutzt wird, den aktuellen Leistungsstand aller Kicker zu ermitteln, um dann dementsprechend zu trainieren.

In Deutschland ist dieses Programm noch nicht auf dem Markt erhältlich. Allerdings ist Patrick Prehn, Fitnesstrainer des RSV Praest, im Besitz dieser Software. Beim Test im Allround Sports Kleve mit Spielern des Bezirkligisten schaute die RP zu.

Was beim ersten Blick sehr lustig aussieht, ist in Wirklichkeit ein harter Belastungstest. Kemal Dogu stellte sich als erster dem anstrengenden Test. Damit alle Werte ermittelt werden können, wurde Kemal zuerst gewogen. Die Daten wurden in den Computer eingegeben, der automatisch den BMI (Body-Mass-Index) errechnet. Um genaue Herz-Kreislauf-Werte zu erhalten, wurde der Spieler mit dem Computer verbunden, welcher die Herzfrequenz, den Sauerstoffaustausch pro Minute mit einer Gasmaske, und die Kraft, mit der der Spieler auf dem Laufband rennt, angezeigt wird. Das Programm ist mit dem Laufband verbunden und erhört in unregelmäßigen Abständen die Geschwindigkeit - bis hin zum schnellen Sprint.

Schon nach wenigen MinutenSprint ist die Anstrengung deutlich zu erkennen: Der Puls rast und der Atem beschleunigt sich enorm. Der Test endet bei völliger Erschöpfung des Athleten. Nach knapp zehn Minuten ist Test ausgewertet. „Dieses Programm ist wirklich toll! Es kann mir genau anzeigen, wer von den Jungs der Leistungsstärkste ist und wer noch individuelles Training braucht, um seine persönliche Maximalleistung zu erreichen. Wir können nach der Auswertung für jeden Athleten einen individuellen Trainingsplan erstellen, der auch während der Pause eingehalten werden kann.“ Prehn lacht bei seinem letzten Satz, denn dass die Spieler während der Sommer- oder Winterpause einem strengen Trainingsplan folgen, ist eher unwahrscheinlich. Anders läuft es jedoch bei den ganz großen Vereinen, und das nicht nur im Fußball. „In den großen Clubs wird neben dem Trainingsplan auch noch ein passender Ernährungsplan erstellt. Zusätzlich schlafen die Sportler bis zu neun Stunden, es wird einfach nur der Körper gepflegt und nichts anderes gemacht, außer trainieren, essen und schlafen“, so Prehn.

Beim RSV wäre dies nicht möglich. Die Spieler haben ein Leben neben ihrem Sport und bezahlbar sei diese strikte Lebensweise auch nicht. „Dennoch ist es für uns ein ganz großer Schritt nach vorn, was Fitness und Training angeht. Wir können die Ausdauer so steigern, dass das gesamte Team in seiner besten Form ist“, führt Prehn aus.

Große Entlastung

Spaß haben die Jungs allemal. Beim Blick auf den Schirm, auf dem die Werte des aktuellen Probanden angezeigt werden, bleiben hämische Kommentare nicht aus. Dennoch: Im Vergleich zum gewöhnlichen Laktattest ist „I-Mett“ eine große Entlastung für Vereine und Sportler. „Ist gar nicht so anstrengend wie ein normaler Laktattest, da wird ja sehr lange gelaufen, Blut entnommen, wieder gelaufen…“ so ein Spieler. All das ist bei I-Mett nicht nötig.

Quelle: RP
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