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Lokalsport
Wieggers tritt beim VfB Rheingold zurück

Emmerich. Fußball-Kreisliga A: Der Coach wirft nach dem 1:7 gegen den SV Rees, der dritten happigen Heimniederlage in Folge, nur wenige Monate nach seiner Rückkehr zum Traditionsclub das Handtuch. Von Joachim Schwenk

Von Aufbruchstimmung und einem Neuanfang war beim VfB Rheingold Emmerich nach zwei verkorksten Spielzeiten in der Fußball-Kreisliga A, in denen lange um den Klassenerhalt gebangt werden musste, vor dem Saisonstart die Rede. Der Traditionsclub schien den Worten mit dem neuen Trainer Holger Wieggers und verstärktem kickenden Personal Taten folgen zu lassen. Das Team stand nach fünf Spieltagen ungeschlagen mit elf Punkten auf Platz vier. Seitdem ging's rapide bergab. Die Talfahrt gipfelte nach sieben Partien mit nur zwei Zählern im Rücktritt des Hoffnungsträgers, der Garant für sportlich bessere Zeiten sein sollte. Holger Wieggers warf das Handtuch.

Der 47-jährige Coach hatte am Sonntag nach dem 1:7 gegen den SV Rees, der dritten happigen Heimpleite in Folge nach dem 1:10 gegen BW Dingden und dem 0:3 gegen Fortuna Millingen, gegenüber Fußball-Obmann Thorsten Thüß erklärt, dass er zurücktreten will. Thüß bat Wieggers, eine Nacht darüber zu schlafen. Doch für den Übungsleiter gab's kein Zurück. Das teilte er dem Obmann gestern mit.

Die heutige Übungseinheit werden wohl Co-Trainer Ralf Gertzen und Thorsten Thüß leiten. Der Vorstand traf sich gestern Abend, um über einen möglichen Nachfolger zu beraten. Einen Kandidaten gab's da noch nicht. "Wir haben keinen Plan B in der Tasche. Wir wollten längerfristig mit Holger Wieggers zusammenarbeiten. Die Trainerfrage hat sich für uns trotz der schlechten Ergebnisse der letzten Wochen nicht gestellt", sagte Thüß. Nur eines ist klar. Der Obmann und der stellvertretende Vorsitzende Markus Plessa wollen nicht erneut als Interimslösung einspringen, wie sie es in der letzten Saison nach der Trennung von Coach Frank Bauhaus getan haben. Pikant: Bauhaus ist nun Co-Trainer des SV Rees, der am Sonntag mit sieben Toren die kurze Rückkehr von Holger Wieggers auf die Bank seines Stammvereins besiegelte.

"Die letzten drei Heimspiele waren enttäuschend, zumal viele alte Rheingolder nach langer Zeit wieder unter den Zuschauern waren. Der Hebel muss jetzt schnell umgelegt werden. Doch ich sehe mich dazu nicht in der Lage", sagte Wieggers. Der 47-Jährige kann sich derzeit nicht vorstellen, weiter als Coach zu arbeiten. "Ich denke, man wird mich nicht noch einmal als Trainer auf einem Fußball-Platz sehen."

Er habe in 15 Jahren an der Linie nicht zum ersten Mal in einer Situation gesteckt, wie er sie jetzt beim VfB erlebt hat. "So etwas habe ich einige Male gemeistert. Doch jetzt fehlt mir die Power, zumal ich beruflich sehr stark eingespannt bin", sagte er. Er wisse, wie es als Spieler ist, wenn man in so eine Abwärtsspirale gerät. Es müssten neue Impulse her. "Die kann ich derzeit nicht setzen", sagte Wieggers, der die Aufgabe beim VfB mit viel Zuversicht angegangen war. Der Coach wollte mit seiner Mannschaft einen Platz unter den besten sechs Teams erreichen. Jetzt scheint es für Rheingold bei fünf Punkten Vorsprung vor den Abstiegsplätzen erst einmal nur um den Klassenerhalt zu gehen. Eine Enttäuschung für Wieggers.

Und für Thorsten Thüß. "Es ärgert mich, dass die ganze Euphorie, die vor der Saison im Verein geherrscht hat, schon wieder verflogen ist. Wir wollten uns nach zwei schlechten Jahren nach oben orientieren, in ruhiges Fahrwasser kommen und eine stressfreie Saison haben", sagte der Obmann. Der Wunsch ist nicht in Erfüllung gegangen.

Jetzt ist vielmehr in Sachen Trainerfrage erst einmal guter Rat teuer. Der VfB Rheingold möchte möglichst zeitnah eine Lösung präsentieren. Doch worauf es hinauslaufen wird, wusste der Vorstand noch nicht. "Ich habe keine Ahnung, ob es eine Übergangslösung bis zur Winterpause wird oder wir es schaffen, schnell einen Coach für eine längerfristige Zusammenarbeit zu finden", sagte Thüß. Denn die Trainerfrage stellte sich für den VfB Rheingold bis Sonntag nicht.

Quelle: RP
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