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Rees
St. Marien wird Flüchtlingsherberge

Rees: St. Marien wird Flüchtlingsherberge
FOTO: Banski
Rees. In dem Teil des Halderner Altenheims, der nicht abgerissen wird, werden Flüchtlingsfamilien gut 300 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung gestellt.

Johannes Fockenberg, Geschäftsführer des Alten- und Pflegeheims St. Marien, ist sehr froh über die Entscheidung, die der Halderner Kirchenvorstand am Montagabend getroffen hat. In dem Teil des Halderner Altenheims, der nicht abgerissen wird, nämlich in der ersten Etage oberhalb der Küche, werden Flüchtlingsfamilien gut 300 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung gestellt.

Der Altbau wird noch in diesem Jahr abgerissen, so dass es schwierig geworden wären, aktuell umzuplanen. In den jetzigen Räumen sollte die Tagespflege untergebracht werden. "Das haben wir jetzt erst einmal verschoben", berichtet Johannes Fockenberg. "Ansonsten wäre ich auch bereit gewesen, den ganzen Altbau mit Flüchtlingen zu belegen". "Es kann nicht sein, dass wir freie Räume haben und diese nicht vor dem Wintereinbruch den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden", bezieht er klar Position. "Ich bin sehr beeindruckt, wie sich hier Christoph Gerwers und Andreas Mai persönlich einbringen."

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Wäre man allerdings später auf das St. Marien-Altenheim zugekommen, dann wäre, wie im Reeser Krankenhaus geschehen, etliches an Infrastruktur abgebaut gewesen. "Jetzt bauen wir beispielsweise Küche und Schränke wieder auf, alles wird auf Hochglanz geputzt, so dass die Stadt ab morgen die Betten aufstellen kann." Sie ist Mieterin der Etage.

Vier Räume werden für Familien mit bis zu sechs Personen mit je einem Badezimmer hergerichtet. Zudem wird es eine Küche und einen Aufenthaltsraum geben. "Uns ist zugesagt worden, dass nur Familien zu uns kommen. Wir wollen sie gerne in eine Tagesstruktur einbinden, wie, das werden wir sehen, wenn die Menschen hier sind." Ob die Kinder in den hauseigenen Kindergarten gehen, Flüchtlinge bei der Gartenarbeit, der Tierversorgung oder der Reinigung helfen, all das wird zu klären sein. "Wir haben sehr viele ehrenamtliche Helfer, die sich engagieren. Meine Mitarbeiter werden entsprechend informiert. Wenn wir wissen, was die uns zugeteilten Menschen essen, werden wir auch das organisieren", verspricht Fockenberg, der in Anbetracht der Not der Flüchtlinge dieses Engagement als "Luxusproblem" bezeichnet. "Man denke an die Halderner, die nach dem Krieg selbst nichts hatten, weil alles zerstört war und die dennoch Flüchtlinge, wenn auch nicht immer gerne, wie selbstverständlich aufgenommen haben", weiß Fockenberg aus den Erzählungen vom Mitbewohner Hermann Giesen. Da das Altenheim sich von jeher offen für alle gibt, hier die Lebenshilfe ebenso zu Gast ist wie Kindergartenkinder und viele Halderner, werden auch den Flüchtlingen die Türen offen stehen.

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(ha)
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