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Emmerich
Staatsanwalt: Schon bald Prozess gegen Geldautomaten-Sprenger

Emmerich. Über 50 Geldautomaten sind in diesem Jahr bereits in NRW - vor allem am Niederrhein und im Kreis Kleve - gesprengt worden. Stets verursachten die Täter erhebliche Sachschäden. Oft erbeuteten sie Bargeld. Über die Höhe machten Banken und Polizei nie genaue Angaben.

Lange fahndete die Polizei erfolglos. Kurz vor Heiligabend war den Ermittlern dann die Festnahme von drei Verdächtigen im westfälischen Dorsten gelungen, wo das Trio eine erneute Sprengung vorbereitete. Die Festgenommenen versuchten dort nicht das erste Mal, einen Geldautomaten zu sprengen und zu plündern. Zuvor waren sie mehrfach im Kreis Kleve aktiv gewesen.

13 konkrete Taten werden der Gruppe von den Strafverfolgungsbehörden zugeordnet: Sie sollen für Anschläge in Bedburg-Hau, Goch, Kleve, Twisteden, Wissel, Alpen, Winnekendonk, Emmerich-Praest, Xanten, Wesel und Nettetal sowie für zwei Vorfälle in Kranenburg verantwortlich sein. Allerdings machten die nun Festgenommenen niemals Beute. Durch intensive Ermittlkungsarbeit seien die Täter identifiziert und schließlich überwacht worden, heißt es aus Ermittlerkreisen. Gegen das Trio ist inzwischen Haftbefehl wegen Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen sowei versuchtem schweren Bandendiebstahl erlassen worden.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Kleve geht davon aus, dass die Gruppe auch tatsächlich nur für die 13 Anschläge verantwortlich ist. "Wir sind ziemlich sicher, dass wir damit sämtliche Taten erfasst haben, für die die drei Männer verantwortlich sind", erläutert Günter Neifer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kleve.

Das bedeutet gleichzeitig, dass die Täter, die beispielsweise in Wachtendonk einen Automaten gesprengt haben, noch auf freiem Fuß sind. Hinter den Explosionen stecken laut Uwe Jacob, Direktor des Landeskriminalamtes (LKA), sehr unterschiedliche Täter. So gebe es durchaus den "Dilettanten, der es nicht schafft, eine einzige Tat zu vollenden". Dazu gehört offenbar auch das Trio, das kurz vor Heiligabend in Dorsten dingfest gemacht wurde, als es dort einen Automaten sprengen wollte.

Für die Vermutung, dass noch andere Geldautomaten-Sprenger unterwegs sind, spricht auch die Tatsache, dass in anderen Fällen Beute gemacht wurde. Dies könnte dafür sprechen, dass es sich bei den dafür verantwortlichen Tätern um eine "hochpreossionelle Gruppe aus den Niederlanden" handeln könnte, die die Behörden ebenfalls im Visier haben. Oftmals flohen die Täter mit einem schwarzen Audi in Richtung Nachbarland.

Dem in Dorsten festgenommenen Trio, das laut Angaben der Staatsanwaltschaft aus dem Raum Kleve - laut anderen gut informierten Quellen aus einem Nachbarort von Kleve - stammen soll, dürfte schnell der Prozess gemacht werden. Wegen der außergewöhnlich guten Beweislage rechnet zumindest Staatsanwalt Günter Neifer im Falle einer Anklage-Erhebung gegen das Trio auch mit einem raschen Verfahren und einem baldigen Urteilsspruch. Ein Ende der Serie von Geldautomatensprengungen ist jedoch kaum zu erwarten.

(zel/dido)
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