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Rees
Stadtarchiv auf den Spuren der Kirmes

Rees: Stadtarchiv auf den Spuren der Kirmes
Blick auf das Riesenrad der Resser Kirmes im Jahr 1999. FOTO: Andreas Endermann
Rees. In diesem Jahr wird die Reeser Kirmes 775 Jahre alt. Daher plant das Stadtarchiv eine Ausstellung und sucht nach Materialien und Fotos, die das Leben auf einem der ältesten Jahrmärkte am Unteren Niederrhein dokumentieren. Von Markus Balser

Tina Oostendorp hat schon eine richtige Zeitreise hinter sich. Vom 13. Jahrhundert bis fast in die Gegenwart hat sich die Reeser Stadtarchivarin durch Urkunden, Unterlagen und Fotos gearbeitet, die sich mit der Reeser Kirmes beschäftigen. Denn das Volksfest, das traditionell am letzten September-Wochenende stattfindet, wird in diesem Jahr 775 Jahre alt. Ein Geburtstag, den das Stadtarchiv zum Anlass einer Ausstellung nehmen will.

Wie eine Urkunde belegt, gab es in Rees im Jahr 1241 gleich drei Volksfeste, die Jahrmarktcharakter hatten. Eine Maikirmes zu Pfingsten, eine Anfang September zu St. Mariä und eine weitere Ende September zu St. Michael. "Und das ist die, die bis heute überlebt hat", sagt Tina Oostendorp.

Die Reeser Kirmes ist somit auch einer der ältesten Jahrmärkte am Unteren Niederrhein. "Vielleicht gab es hier und da mal Unterbrechungen bedingt durch Krieg oder Seuchen, aber veranstaltet wird sie seit 775 Jahren", sagt die Stadtarchivarin.

Wie die Volksfeste in früheren Jahrhunderten ausgesehen haben, welche Gaukler und Schausteller auf ihnen vertreten waren, dazu ist nur wenig bekannt. Auch im Reeser Stadtarchiv befinden sich darüber nur noch wenig erhaltene Dokumente. Und das gilt auch für die jüngere Vergangenheit. Historische Fotos sind Mangelware. "Wir haben leider nur ganz wenige davon", bedauert Tina Ooostendorp.

Eines zeigt die Reeser Kirmes um das Jahr 1900. Zu erkennen ist ein Marktstand, ein Karussell und die Waffelbäckerei Johannes Rissarts, dessen Nachkommen noch bis vor kurzem auf der Reeser Kirmes Gebäck unters Volk brachten.

Um die geplante Jubiläums-Ausstellung über die Kirmes mit weiterem Leben zu füllen, setzt Tina Oostendorp jetzt auf die Mithilfe der Reeser und bittet darum, ihr Exponate leihweise zur Verfügung zu stellen. Gesucht werden Filmmaterialien, Zeitungsartikel und andere Exponate, beispielsweise historische Verkaufsartikel wie Blechspielzeug und Ähnliches. Und dann natürlich Fotos. "Das können auch Aufnahmen aus den 1970er und 1980er Jahren sein. Oder auch jüngeren Datums, wenn sie schöne Einblicke in die Reeser Kirmes vermitteln und in die Ausstellung passen", sagt die Stadtarchivarin.

Die Ausstellung soll im Vorfeld der Kirmes stattfinden. Die geliehenen Gegenstände werden nach Beendigung der Ausstellung natürlich wieder an die Eigentümer zurückgegeben.

Quelle: RP
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