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Emmerich
Stadtmeisterschaften: Zwei Anzeigen bei der Polizei

Emmerich. Spieler (32) warf Schiedsrichter Plastikflasche ins Gesicht. Zuschauer (45) ging Betreuer an, der schlichten wollte.

Der Abbruch der Emmericher Fußballstadtmeisterschaften der Senioren am vergangenen Samstagabend wird für zwei Beteiligte auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Wie die Polizei der RP gestern auf Nachfrage mitteilte, wurden zwei Strafanzeigen gestellt.

Wie berichtet, war das Turnier im zweiten Halbfinale abgebrochen worden, nachdem es zu tumultartigen Szenen kurz vor dem Ende der Partie DJK Hüthum gegen SV Vrasselt gekommen war. Nach Angaben der Polizei hatte ein 32-jähriger Spieler aus Hüthum beim Stand von 9:2 für Vrasselt dem Schiedsrichter eine Plastikflasche ins Gesicht geworfen, weil sich das Team offenbar immer wieder von den Entscheidungen des 20-Jährigen benachteiligt fühlte. Der junge Referee wurde dabei leicht verletzt und vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Ebenfalls leichte Verletzungen zog sich ein 55 Jahre alter Betreuer einer unbeteiligten Mannschaft zu, der den Streit schlichten wollte und dabei von einem Zuschauer (45) den Berichten zufolge einen Schlag mit dem Ellenbogen ins Gesicht erhielt.

Die Anzeigen wurden gegen den Spieler und den Zuschauer gestellt. Nach den Tätlichkeiten wurde das Turnier abgebrochen. Die Polizei rückte mit mehreren Einsatzkräften in die Sporthalle an der Hansastraße ein, die Lage beruhigte sich recht schnell wieder.

Der Spieler, der sich zu der Tätlichkeit gegen den Unparteiischen hatte hinreißen lassen, soll nach Angaben des Fußball-Obmanns der DJK Hüthum-Borghees, Maik de Vries, nie wieder für den Verein auflaufen. De Vries entschuldigte sich ausdrücklich für das Verhalten des Spielers.

Auch sportlich hat der Eklat Folgen: Die abgebrochenen Stadtmeisterschaften werden aller Voraussicht nach nicht mehr zu Ende gespielt. "Mein Kenntnisstand jetzt ist, dass die Wertung für dieses Turnier entfällt. Es wäre viel zu aufwendig, für lediglich ein Spiel noch einmal die Hansa-Halle anzumieten. Das ist für den VfB Rheingold, der das Turnier organisiert hat, kaum zu stemmen", erklärte gestern Rüdiger Helmich der RP. Emmerichs Stadtsportbund-Chef bedauert den Vorfall. Bereits im Jahr zuvor habe es einen, wenn auch wesentlich harmloseren Zwischenfall gegeben, aufgrund dessen die Vereine zwei Personen abstellten, die beruhigend auf die Zuschauer einwirken sollten. Helmich: "Das hat hier aber leider nicht geholfen."

Den Zuschauern entgeht somit ein schönes Derby. Im Endspiel hätte der RSV Praest auf den SV Vrasselt gewartet.

(bal)