| 00.00 Uhr

Emmerich
Stadtwerke wollen moderner werden

Emmerich: Stadtwerke wollen moderner werden
Das bereits leer stehende Haus an der Wassenbergstraße soll abgerissen werden. Dahinter liegt das Gelände der Stadtwerke. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Der Umzug der Stadtwerke in die Innenstadt ist vom Tisch. Stattdessen will Emmerichs Energie- und Wasserversorger sein bestehendes Gebäude erneuern und vergrößern, um damit moderner und kundenfreundlicher zu werden. Von Markus Balser

Wenn es nach Udo Jessner ginge, könnten die Arbeiten schon in den nächsten Wochen beginnen. Doch noch muss sich der Chef der Stadtwerke ein wenig gedulden, denn bislang sind nicht alle Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren abgeschlossen.

Was Jessner gerne so schnell wie möglich angehen möchte, ist der Umbau der Stadtwerke-Zentrale an der Wassenbergstraße. Nachdem ein Umzug zur Sparkasse an die Agnetenstraße bereits seit einiger Zeit aus wirtschaftlichen Gründen vom Tisch ist (die RP berichtete), sollen das bestehende Kundenzentrum und der Verwaltungstrakt umgebaut, vergrößert und modernisiert werden.

Der Grund: Der Büroraum ist schon seit langem zu knapp. Zudem ist ein Großteil der Büros, in denen rund 40 der insgesamt 120 Stadtwerke-Mitarbeiter untergebracht sind, einfach nicht mehr zeitgemäß. Vor allem aber stört sich Jessner am Kundenzentrum im Eingangsbereich: "Wer hier reinkommt, weiß erst mal gar nicht, an wen er sich wenden muss. Außerdem kann an den offen gestalteten Arbeitsplätzen die Diskretion auch nur schlecht gewahrt werden."

So soll die neue Stadtwerkezentrale aussehen. Das neue Kundenzentrum zur Wassenbergstraße wird an das bestehenden Gebäude angebaut. FOTO: Stadtwerke

Das soll sich nun ändern. Für das Kundenzentrum ist ein zweigeschossiger, halbrunder Anbau zur Wassenbergstraße vorgesehen, der sich optisch an dem Bestandsbau orientiert. Er soll eigene Parkplätze erhalten, die man direkt von der Straße aus ansteuern kann. Man muss dann nicht mehr über das Betriebsgelände fahren. Im Innern soll es modern und kundenfreundlich zugehen, mit klarer Zuordnung für die entsprechenden Anliegen und Rückzugsmöglichkeiten für Kundengespräche.

Die neuen Mitarbeiterbüros sollen funktional und an den tatsächlichen Erfordernissen ausgerichtet werden. "Manche sind im Moment zu groß, ander zu klein", so Jessner. Auch der Besprechungsraum, der derzeit den tristen Charme der 1980er Jahre versprüht, wird modernisiert. Ebenso die Räumlichkeiten für das hauseigene Rechenzentrum. Dazu stehen neue Fenster und eine neue Heizungsanlage für den gesamten Komplex auf der Liste.

FOTO: van Offern Markus

Bei den Vorplanungen für den Umbau stießen die Stadtwerke auf manche Überraschung. Kein Wunder, ist das ursprüngliche Gebäude, das in Teilen dort immer noch steht, doch schon über 100 Jahre alt. Im Laufe der Jahre wurde es immer wieder saniert und umgebaut. Doch nicht immer wurde das auch in den Bauplänen vermerkt. So stießen die Stadtwerke beispielsweise auf ihrem Gelände auch auf einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, von dem niemand mehr etwas wusste. Er befindet sich unter zwei Garagen, die früher von der Feuerwehr genutzt wurden. "Eigentlich sollten die abgerissen werden, aber das ist bei den 60 Zentimeter dicken Betonmauern des Bunkers nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand möglich", erklärt Jessner. Die Garagen bleiben deshalb stehen. Eventuell können sie wieder von der Feuerwehr genutzt werden.

Für die Stadtwerke werden die Arbeiten eine Herausforderung, denn sie sollen "unterm rollenden Rad", also im laufenden Betrieb durchgeführt werden, wie Jessner sagt. Ein bis zwei Jahre wird der Umbau dauern. "Spätestens zur Jahresmitte soll er beginnen."

Der Stadtwerke-Geschäftsführer geht davon aus, dass die neue Zentrale zu einer Aufwertung des gesamten Karrees führen wird. Das sich übrigens ohnehin noch einmal komplett verändern wird, wenn der Bahnübergang Löwentor geschlossen und durch eine Unterführung ersetzt wird.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Emmerich: Stadtwerke wollen moderner werden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.