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Haldern-Countdown
Starker Sound aus Bayern

Emmerich. Am 11. August beginnt das Haldern-Pop-Festival. RP-Redakteur Sebastian Peters hat sich die aktuellen Alben der Bands bereits angehört. Hier sein Urteil:

Monobo Son - Jambo Kleine Oden auf den Müßiggang hat die 2011 gegründete Band Monobo Son aus München für ihr Album "Jambo" geschrieben. Sie stammt aus dem Umfeld der Pop-Blasmusiker von LaBrassBanda. Deren Posaunist Manuel Winbeck gründete Monobo Son. Stilistisch werden hier Brass, Jazz, Klassik, Elektronik und Reggae aufs Herrlichste vermischt. Zu dieser Musik will man im Unterhemd auf der Alm liegen, mit einem Grashalm im Mund und einem Weißbier auf der Picknickdecke. Auf Genregrenzen wird gepfiffen. Gesungen wird in bairischer Mundart und für Verse wie "Jetzt ess ma noch a Eierspeis, dann kümmert's Euch um Euren Scheiß" muss man die Band feiern. Monobo Son haben keinen zwar keinen Überhit geschrieben und mancher Instrumentalsong wirkt beim ersten Hören wie Füllmaterial. Je öfter man dieses Album hört, desto mehr Gefallen findet man aber an diesem Sound. Toll!

Klingt nach: LaBrassBanda, Eels, Biermösl Blosn (Punkte: 4/5)

YAK - Alas Salvation Grunge, Garage, Rock - das Londoner Trio YAK hat für sein Debüt nicht allzu tief in die Trickkiste gegriffen: treibender Bass, rumpelndes Schlagzeug und rotziger Gesang: Das reicht, um auf der Insel als nächstes großes Ding gefeiert zu werden. Die erste EP wurde auf dem Label von Jack White veröffentlicht, YAK holten sich als Produzenten den Pulp-Bassisten Steve Mackey ins Boot. Der sorgt dafür, dass hier nicht alles in roher musikalischer Gewalt zerfließt, sondern mit Midtempo-Pop wie in "Please don't wait for me" und zwei "Interludes" die Handbremse gezogen wird.

Klingt nach Babyshambles, Pixies, Arcade Fire (Punkte: 3,5/5)

Arthur Beatrice - Keeping The Peace Bei Arthur Beatrice handelt es sich um ein britisches Indie-Pop-Quartett. Schon 2011 handelte der britische Guardian die Londoner Truppe als heißes Ding. Es mussten aber noch ein paar Monate vergehen, bis sie ihr Debüt "Working Out" im Jahr 2014 veröffentlichten. Jetzt ist Keeping The Peace erschienen. Wer Elektronik im Stile von The XX oder London Grammar schätzt, wird sich schnell mit Arthur Beatrice anfreunden können. Es gibt dennoch Alleinstellungsmerkmale: den mitunter opernhaften Gesang von Frontfrau Ella Girardot und eine leichte Beschwingheit, keine tonnenschwere Melancholie.

Klingt nach: The XX, Daughter, London Grammar (Punkte 4/5).

Liima - ii Haldern-Festivalgängern ist die dänische Band Efterklang noch ein Begriff. Sie unternahmen den musikalischen Versuch, den Großmannspop von Coldplay mit der Weltverlorenheit von Sigur Ros paaren. Damit erreichten die Musiker leider nie das Niveau, das ihnen beigemessen und zugetraut wurde. Nachdem sich Efterklang aufgelöst hatten, taten sich drei Mitglieder der Band mit dem finnischen Percussionisten Tatu Rönkkö zusammen und nannten sich Liima. Dass Liima das finnische Wort für Leim und Klebstoff ist, kann man wissen, hilft einem aber beim Begreifen dieser Musik, diesem sperrigen Sound mit Beats und Field Recordings, auch nur bedingt weiter. Die Elektronik will einfach nicht mit der seelenlosen Stimme von Sänger Casper Clausen zusammenkommen. Den Status des Projekthaften verlassen die Musiker hier nicht.

Klingt nach: Efterklang, Hot Chip (Punkte 2/5)

Quelle: RP
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