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Emmerich
Starkregen: Bauern sind oft abgesichert

Emmerich. Gut drei Viertel aller Landwirte sind mit einer entsprechenden Police gegen Ernteverlust versichert. Die Kartoffel- und Maisfelder in der Region waren vom Unwetter in der vergangenen Woche besonders stark betroffen. Von Markus Balser

Klaus Hakvoort hat derzeit alle Hände voll zu tun. Der Emmericher ist deutschlandweit in der Schadenregulierung für die Vereinigte Hagelversicherung tätig - ein Unternehmen, das ausschließlich für Landwirte und Gärtner zuständig ist. Die Versicherung mit Sitz in Gießen springt ein bei Schäden, die durch Hagel, Sturm, Starkregen und Frost entstehen.

Hakvoort ist schon über drei Jahrzehnte in der Branche tätig, doch so ein Starkregenereignis wie das der vergangenen Woche hat er noch nicht erlebt. "Das gab es bislang immer nur punktuell. Diesmal ist ein etwa 70 mal 20 Kilometer großes Gebiet betroffen. Besonders gravierend sind die Schäden für Landwirte im Raum Dingden/Hamminkeln, Weeze sowie Sonsbeck in Richtung Straelen" sagt er.

Nach seiner Einschätzung seien etwa die Hälfte der Kartoffel- und Maisfelder und etwa 10 Prozent der Rübenflächen betroffen. Im Raum Rees seien die Schäden nur gering, in Emmerich überhaupt nicht vorhanden gewesen, so Hakvoort.

Etwa drei Viertel aller Landwirte haben eine Versicherung gegen Schäden durch Hagel, deutlich weniger auch gegen Sturm und Starkregen abgeschlossen. Sie zahlt immer dann, wenn auf einem Feldstück ein Ertragsverlust von mehr als 8 Prozent durch ein versichertes Ereignis eingetreten ist. Allerdings unterscheiden die Versicherer zwischen Schäden durch Starkregen und Schäden durch Hochwasser, gegen die man sich nicht versichern kann.

Die Voraussetzung für eine Entschädigung bei Starkregen: Innerhalb von 24 Stunden müssen mindestens 50 Millimeter Regen pro Quadratmeter auf das Feld gefallen sein. Wird es durch Wasser überschwemmt, das durch Starkregen an anderer Stelle verursacht wurde, gehen die Landwirte leer aus.

Gegen den Großteil der Schäden, die dieser Tage am Niederrhein entstanden sind, hätten sich Bauern also mit einer Versicherung schützen können, die in den kommenden Jahren möglicherweise noch wichtiger wird. Denn wie viele Experten, geht auch Klaus Hakvoort davon aus, dass die Schäden durch extreme Wettersituationen künftig noch zunehmen werden: "In den letzten Jahren war schon zu beobachten, dass es eine drastische Anhäufung solcher Ereignisse gegeben hat."

Dass die Schäden dadurch noch verstärkt worden seien, weil immer mehr Mais angebaut werde, der Erderosionen fördere, hält Hakvoort übrigens für schlichtweg falsch. "Das stimmt definitiv nicht, denn auch viele Grünlandflächen stehen unter Wasser", sagt er.

Quelle: RP
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