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Emmerich
Statt mit dem Auto mit dem Rad

Emmerich: Statt mit dem Auto mit dem Rad
Radwandertag: 72 Routen führten durch 63 vorwiegend linksrheinische Kommunen zwischen Kranenburg im Norden und Übach-Palenberg im Süden. FOTO: mvo
Emmerich. Der 26. Niederrheinische Radwandertag startete gestern in 63 Kommunen. Trotz des Regens zwischendurch nahmen viele Zweiradfahrer teil. Von Antje Thimm und Christoph Kellerbach

"54 Kilometer? Das kriegen wir hin", sagte Annica Bitterhoff aus Kleve. Zusammen mit ihrem Ehemann Dennis und den Töchtern Joelina (10) und Leonie (13) starteten sie beim 26. Niederrheinischen Randwandertag. Schuld ist Opa Paul Höhne, der schon mehrmals teilgenommen hat und Kinder und Enkelkinder überredet hat. "Es wird nicht regnen. Und wenn schon: Macht nichts", ist er optimistisch gestimmt und spricht damit auch für die anderen Teilnehmer der Veranstaltung, an der 63 vorwiegend linksrheinische Kommunen zwischen Kranenburg im Norden und Übach-Palenberg im Süden mit insgesamt 72 Radrouten beteiligt waren. Wie Birgit van den Boom von Wirtschaft, Tourismus & Marketing der Stadt Kleve mitteilt, wurden ab Kleve etwa 150-200 Teilnehmer erwartet. Das regnerische Wochenende sorgte allerdings dafür, dass die Anmeldezahlen an diesem Morgen eher niedriger ausfielen. Langjährige Teilnehmer ließen sich aber nicht abschrecken. Marion und Josef Maas (83 und 85 Jahre alt) fanden die Aussichten gut. Eine Route von 64 Kilometern hatten sie sich ausgesucht. "Ist nur Wasser, Regencape drüber und gut", ermutigte Bürgermeisterin Sonja Northing die Radler und gab das Startsignal.

Anlässlich des 775. Geburtstages von Kleve und des 200. Jahr seit Erfindung des Fahrrads gab es ein Quiz und an jeder Stempelstelle ein kleines Event. Auf die Gewinner der Verlosung warteten viele Preise, darunter nützliche Dinge für die "Fietser", wie Fahrradkorb, Powerbank, Gutscheine und Eintrittskarten. Hauptpreis war ein Rundum-Sorglos-Paket für einen Aufenthalt in der Schwanenstadt inklusive Frühstück und Museumsbesuch. Als zweiten Hauptpreis spendete die Rheinische Post zwei Karten zum Besuch des Musicals "Evita" in der Deutschen Oper am Rhein. Thema beim Radwandertag war auch die Initiative "Stadtradeln" für besseres Klima und mehr Gesundheit durch mehr Bewegung. Wie Pascale van Koeverden erklärt, ruft die Aktion dazu auf, möglichst viele Wege statt mit dem Auto, mit dem Rad zurückzulegen. Beratung dazu gab es von Torben Woywod von der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS).

In Kevelaer fand zum ersten Mal die "fahrRad Pause" statt, bei der es zahlreiche Aktionen rund um den Drahtesel gab. Auch einige heftige Schauer schafften es nicht, die Besucher zu vergraulen. Denn direkt nach dem Regen schlenderten die Besucher und Anwohner wieder über das groß angelegte Event auf dem Peter-Plümpe-Platz.

"Wir hätten nicht gedacht, dass hier so viele verschiedene Aktionen sind", meinte Radwanderin Agnes Heynen, die mit ihrem Mann Gerd unterwegs war. "Hier lohnt es sich echt, eine Pause zu machen, um mal die ganzen Stände zu sehen", sagt Gerd Heynen. Nach der Eröffnung der Veranstaltung in Kevelaer Bürgermeister Dominik Pichler folgte ein großes Bühnenprogramm mit Rad-Experten. Es gab verschiedene Parcours für Segways, Mountainbikes und Verkehrssicherheitstraining. Wer die richtige Balance mitbrachte, konnte beim Kunst- und Einrad-Workshop ein paar Tricks lernen.

Ein Highlight für die jüngeren Besucher war derweil der Stand von Tatjana van Went. Bei ihr wurden verschiedene kleinere Kunstwerke mit Motiven aus Kevelaerer gemalt. Die Arbeiten sollen später zu einem großen Ganzen zusammengesetzt und im Konzert- und Bühnenhaus ausgestellt werden.

"Es freut uns, dass trotz des Regens der ganze Peter-Plümpe-Platz mit Ausstellern gefüllt ist", sagt Hans-Josef Bruns vom Kevelaerer Marketing. "Wenn es nach uns geht, wollen wir die 'fahrRad Pause' nächstes Jahr wiederholen."

Quelle: RP
 
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