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Kommentar
Stellplatzpauschale ist nur ein Mosaikstein

Emmerich. Um die Emmericher Innenstadt wieder attraktiver zu machen, wird ein Maßnahmenpaket benötigt, das bald geschnürt werden sollte. Dazu gehören auch mehr Möglichkeiten und Geld für die Wirtschaftsförderung.

Die Kosten für die Neuansiedlung eines Geschäftes in der Innenstadt zu senken, ist ein richtiger Ansatz. Deshalb macht der Antrag der Bürgergemeinschaft Emmerich (BGE) Sinn. Die City braucht neue Impulse.

Die Reduzierung der Stellplatzpauschale kann aber nur Teil eines Maßnahmenpakets sein, dass die Stadt Emmerich alsbald schnüren sollte. Denn ein Unternehmer wird bereit sein, in attraktiver Lage auch mehr Geld fürs Parken seiner Kunden auszugeben, wenn er davon überzeug ist, dass sich seine Investition rentiert. Deshalb muss die Stadt einen großen Entwurf fertigen, der diese Voraussetzung schafft.

Dazu gehört die Führung der Emmericher Kaufmannschaft, die aus eigener Kraft wohl auf längere Sicht nicht mehr in der Lage sein wird, ihr Marketing selbst in die Hand zu nehmen.

Dazu gehört eine Art Immobilienwirtschaft für die Innenstadt, die dafür sorgt, dass private Ladenflächen in den Größen zur Verfügung stehen, die Interessenten wollen. Denn es ist so, dass sich Geschäfte und Ketten zwar in der Innenstadt niederlassen wollen, ihre Wünsche aber nicht erfüllt werden können, weil die bestehenden Parzellen zu klein sind. Es gibt Teile in der City, in denen im Prinzip mehrere Häuser aufgekauft, abgerissen und neu errichtet werden müssten. Und zwar so, dass die Verkaufsflächen auch modernen Anforderungen entsprechen.

Das kann die Kommune nicht leisten. Wohl aber ihre Wirtschafts- förderung- und Stadtmarketinggesellschaft. 75 Prozent hält die Stadt daran, weitere 15 Prozent jeweils die Stadtsparkasse und die Emmericher Hafen-Gesellschaft - also letztlich die Stadtwerke-Holding. Es wäre mutig und es wären Millionen Euro nötig. Doch gerade in Zeiten, in denen Geschäftsinhaber und Hauseigentümer nicht mehr in die Innenstadt investieren, auch richtig. Zumal das derzeitige Zinsniveau gerade zu zu Investitionen einlädt. Josef Schoofs wird es am Neumarkt vormachen.

Unter der Federführung eines hauptamtlichen Wirtschaftsförderers wäre diese Gesellschaft ein Segen für den Emmericher Einzelhandel. Deshalb ist es mittlerweile in den Parteien keine Frage mehr, ob es so einen Posten in der Stadt geben wird, sondern nur noch, wer in besetzen soll. Johannes Diks hat den Job derzeit noch inne. Ein Überbleibsel aus seiner Zeit als Bürgermeister. Er wäre ohne Zweifel der geeignete Mann mit dem richtigen Netzwerk, um diese Aufgabe zu stemmen.

Widerstände dagegen sind politischer Art. Weil ein ehemaliger Bürgermeister vielleicht in so einem wichtigen Bereich nicht mehr den Fuß in der Tür haben sollte. Weil ein neuer Mann an der Spitze ohne parteipolitische Vergangenheit die Dinge möglicherweise aus einer unbefangenen Perspektive sieht.

Vielleicht ist das alles richtig. Doch die Lokalpolitik sollte weniger Gedanken darauf verwenden, welche Person nun richtig ist, sondern sich der Frage stellen, ob die Emmericher Wirtschaftsförderung nicht mit viel mehr Möglichkeiten und Geld ausgestattet werden muss. Musiknächte und Autoshows reichen in der Innenstadt längst nicht mehr aus. Die Bagger müssen anrücken.

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Quelle: RP
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