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Emmerich
Stichwahl: Sensationssieg für Peter Hinze

Stichwahl in Emmerich: Sensationssieg für Peter Hinze
18.51 Uhr. Emmerich hat einen neuen Bürgermeister. Peter Hinze steht inmitten seiner Anhänger. Rechts im Bild ist Gerd Gertsen zu erkennen. Der Fraktionsvorsitzende der CDU kann das Ergebnis scheinbar kaum glauben. FOTO: markus van offern
Emmerich. Peter Hinze ist mit überwältigender Mehrheit zum neuen Bürgermeister der Stadt Emmerich gewählt worden. 67 Prozent der Wähler stimmen für ihn. Amtsinhaber Johannes Diks kam auf 32 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 41 Prozent. Von Christian Hagemann

Es war 18.40 Uhr, die Wahllokale hatten seit 40 Minuten geschlossen und im Europasaal des Rathauses liefen seit knapp einer halben Stunde die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen ein. Da stand Johannes Diks neben Peter Hinze und gratulierte ihm zu seinem Sieg. Dabei waren noch nicht einmal alle Ergebnisse bekannt. Doch für den Amtsinhaber war klar, dass das Rennen gelaufen war. Die Resultate waren eindeutig und vernichtend für den CDU-Kandidaten.

Das zeichnete sich direkt beim kleinsten und traditionell schwarzen Bezirk an. Vom Bezirk "Schlösschen Borghees" kam um 18.10 Uhr das Ergebnis: 46 Prozent für Johannes Diks, 33 Prozent für Peter Hinze. Keine 50 Prozent für den Amtsinhaber! Da war allen Beteiligten schon klar, dass das Bürgermeisteramt an Peter Hinze gehen würde. Noch eine Viertelstunde vorher hatte niemand im Europasaal ein sicheres Gefühl, wie es wohl ausgehen könnte. "Knapp wird es, egal ob für Diks oder für Hinze." Das war die einhellige Meinung.

Johannes Diks verlässt das Rathaus. Im Auto wartet seine Tochter. FOTO: van Offern, Markus (mvo)

Als dann um 18.15 Uhr aus dem Johanneszentrum im Dornick das nächste Ergebnis kam, zogen sich die Augenbrauen bei den Christdemokraten hoch und bei der SPD war hier und da das erste Lächeln zu sehen. Dornick meldete 69 Prozent für Peter Hinze! Und nur 30 Prozent für Johannes Diks.

Ähnliche Resultate kamen danach Schlag auf Schlag: Hinze bis zu 70 Prozent, der Amtsinhaber weit abgeschlagen. Das zog sich durch alle Bezirke. SPD-Ortsvorsitzender Manni Mölder konnte es kaum glauben, blieb aber noch länger skeptisch. "Da muss man am Ende noch mal abwarten, wie die Briefwahl ausfällt."

Peter Hinze (SPD) wird neuer Bürgermeister von Emmerich. FOTO: van Offern, Markus

Doch auch sie war eindeutig. Und am Ende dieses Wahlabends stand um 18.51 Uhr für Emmerich fest: Der Amtsinhaber gewann nicht einen einzigen Wahlbezirk. Sein Herausforderer holte sie alle. Diks war ein fairer Verlierer, wünschte Peter Hinze alles Gute und meinte, nun werde auch wohl auf Hinze eine Sieben-Tage-Woche zukommen.

Von den 60 Menschen, die sich in dem kleinen Saal drängten, waren etwa zwei Drittel von der SPD. Und sie jubelten und klatschten minutenlang. Peter Hinze stand in ihrer Mitte. Der Sieger kämpfte am Ende mit den Tränen. Er ließ sich drücken und beglückwünschen, die Menschen um ihn herum strahlten. Auch anderen Sozialdemokraten standen die Tränen in den Augen. Kein Wunder: Das letzte Mal gewann die SPD in Emmerich das Bürgermeisteramt unter Irene Möllenbeck. Das ist 21 Jahre her.

Was aber hat zu diesem unglaublichen Ergebnis geführt? Sieger Peter Hinze sah es so: "Es ging am Ende gar nicht um Inhalte, sondern um Personen. Die Leute wollten einfach den Wechsel." Johannes Diks sah es ähnlich: "Bei den Themen hat Peter Hinze ebenso entschieden wie ich. Es ging nicht um Inhalte."

Johannes Diks wird nun noch bis zum 20. Oktober die Amtsgeschäfte weiterführen. Dann ist die Übergabe an Peter Hinze. Was macht Johannes Diks dann? "Es gibt keinen Plan B", sagt er. "Auf jeden Fall werde ich mich jetzt nicht nur Ruhe setzen, sondern mir eine Beschäftigung suchen." Und Peter Hinze? Der feierte am Abend erst einmal lange mit der SPD bei "Franz" an der Promenade. Freitag ist dann wieder Politik. Der Rat trifft sich, um darüber zu entscheiden, ob Josef Schoofs Neumarkt-Investor bleibt.

Quelle: RP
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