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Emmerich
Stiftung Moyland vor dem Umbruch

Emmerich: Stiftung Moyland vor dem Umbruch
Von außen eine Idylle - von innen ist Moyland aber in den vergangenen Jahren kaum zur Ruhe gekommen. FOTO: Stade
Emmerich. Das Kuratorium des Museums steht nach der Wahl vor bedeutenden Veränderungen: Mehrere maßgebliche Mitglieder können von der neuen Landesregierung ausgetauscht werden. Der Prozess um den Vertrag der Direktorin ist heute. Von Anja Settnik und Matthias Grass

Wenn Mitte September die Jahreshauptversammlung des Freundeskreises stattfindet, wird der Punkt "Vorstandswahlen" keine fade Regularie sein, denn eine Wiederwahl wird's nicht geben. Gegenüber der RP kündigte der frühere Bedburg-Hauer Bürgermeister und Vorsitzende des Fördervereins Schloss Moyland, Hans Geurts, an, am 14. September "in den Ruhestand treten" zu wollen. Der Verein braucht also einen neuen Vorsitzenden. Eine gewisse andere Personalie möchte Hans Geurts vorher geklärt wissen.

Der angekündigte Rückzug vom Vereinsvorstand und damit auch der Rückzug aus dem Kuratorium der Stiftung ist Teil des großen Umbruchs, vor dem die Stiftung und vor allem das Kuratorium 2017 stehen: Mit der Abwahl von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und dem Rückzug der SPD in die Opposition werden die Plätze "Vorsitzender" des Kuratoriums, bis jetzt Kraft, künftig wohl Armin Laschet, und "Stellvertretender Vorsitzender", bis jetzt Ministerin Christina Kampmann, neu besetzt werden.

Dem Stifter Land stehen laut Satzung zusätzlich weitere Kuratoriums-Plätze zur Verfügung. Das sind derzeit Klaus Schäfer und Norbert Meesters, beide SPD. Sie sind theoretisch für fünf Jahre gewählt, wobei nach Satzung grundsätzlich die Möglichkeit zur vorzeitigen Abberufung besteht. Letztlich obliegt es der neuen Landesregierung, darüber zu entscheiden, ob sie an den Sozialdemokraten festhält, die beide nur kommunalpolitisch in ihren Kommunen tätig sind: der Weseler Norbert Meesters hat den Einzug in den Landtag verfehlt und will sich jetzt um Weseler Politik kümmern.

Auch der Ex-Staatssekretär und Erziehungswissenschaftler Prof. Klaus Schäfer ist Kommunalpolitiker: Für die SPD sitzt er im Kölner Kulturausschuss, der von Eva Bürgermeister geleitet wird. Zudem ist die Stelle der einstigen Dombaumeisterin Prof. Dr. Barbara Schock-Werner vakant, die sich kürzlich aus dem Kuratorium zurückzog.

Die möglichen Veränderungen im Kuratorium der Stiftung Museum Schloss Moyland sieht Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen, wie Landrat Wolfgang Spreen geborenes Mitglied des Kuratoriums, positiv: "Wir haben die große Chance auf einen Klimawechsel - in allen Bereichen", sagt der Bürgermeister. Zumal sich auch auf Landesebene kulturpolitisch einiges ändern soll.

"Die Kultur wird nicht mehr fünftes Rad am Wagen sein, sie wird für uns stärker im Fokus stehen - und damit richtet sich dieser Fokus auch wieder stärker auf Moyland", zitiert der Kreis Klever CDU-Vorsitzende und Landtagsmitglied Dr. Günther Bergmann den scheidenden kulturpolitischen Sprecher der Landes-Christdemokraten, Thomas Sternberg, mit Blick auf die Planungen der CDU in Sachen Kultur.

In diese Planungen sei auch Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff eingebunden. Der hatte als Kulturstaatssekretär weiland Moyland aus dem Effeff kennengelernt und die Weichen für ein Moyland als modernes Museum gestellt.

Dann steht der Streit um Direktorin Dr. Bettina Paust auf der Tagesordnung: Der nächste Termin ist heute um 12.30 Uhr im Saal 106 des Landesarbeitsgerichtes Düsseldorf: Es geht um das Aktenzeichen "8 Sa 1002/16. Streit über die Befristung der Künstlerischen Direktorin der Stiftung Museum Schloss Moyland". Wie berichtet, möchte die Stiftung den Vertrag von Paust als Direktorin nicht verlängern. Die Direktorin zog vor Gericht.

Vor dem Arbeitsgericht in Wesel bekam Paust im Oktober 2016 Recht. Ihr Vertrag sei weiter gültig, die "Befristungsabrede sei unwirksam", wird das Gericht in einer Pressemitteilung der Landesarbeitsgerichtes Düsseldorf zitiert. Die Stiftung ging in Berufung und verweist darauf, dass "die Befristung aufgrund der Eigenart der Arbeitsleistung unter Berücksichtigung der Kunstfreiheit wirksam" sei, heißt es in der Presseerklärung des Landesarbeitsgerichtes Düsseldorf.

In Bezug auf das Weseler Urteil heißt es dort weiter: "Der Argumentation der Stiftung, dass die Tätigkeit der Klägerin (Paust) mit der eines Rundfunkintendanten, bei dem Befristungen zulässig sein können, vergleichbar sei, ist das Arbeitsgericht nicht gefolgt (...)". Und zur Berufungsverhandlung am heutigen Dienstag heißt es: "In der Berufungsinstanz verfolgen beide Parteien ihre Anträge weiter".

Quelle: RP
 
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