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Rees
Stromautobahn quert bei Rees den Rhein

Geplanter Verlauf der Amprion-Stromtrasse
Geplanter Verlauf der Amprion-Stromtrasse FOTO: Grafik RP/Schnettler
Rees. In Haffen soll künftig eine der Hauptschlagadern der Stromversorgung in Deutschland den Rhein kreuzen. Das Unternehmen Amprion erklärte in Wesel Hintergründe. Eine Botschaft: Regionale Unternehmen sollen profitieren. Von Sebastian Peters

Die Präsentation des Trassenverlaufs der A-Nord-Stromleitung von Amprion war am Niederrhein mit Spannung erwartet worden. Die Leitung gilt als eine der Hauptschlagadern der Energiewende in Deutschland. Jetzt steht fest: Folgt die Bundesnetzagentur den Vorschlägen von Amprion, dann wird die Leitung auf Reeser Stadtgebiet den Rhein unterqueren. Wie auf der vorgelegten Karte ersichtlich ist, verläuft die Wunschtrasse auf der Kreisgrenze von Wesel und Kleve. Ausgewählt wurde von allen möglichen Trassenverläufen der, der am weitesten westlich am Niederrhein verläuft. Nördlich führt die Trasse im Kreis Wesel an den Ortsgrenzen von Loikum und Mehrhoog, durch Töven, dann am Reeser Ortsteil Haffen vorbei zum Rhein. Noch kann die Bundesnetzagentur den Plänen von Amprion einen Strich durch die Rechnung machen. Dann würden auch die Rheinüberquerungen bei Bislich, bei Voerde oder bei Dinslaken nach Rheinberg wieder ins Rennen kommen.

In Haffen hatte Amprion die Bürger schon darüber informiert, dass der Ortsteil möglicherweise in Betracht käme. Dass es nun tatsächlich so kommt, sorgte bei der Haffener Ortsvorsteherin Margret Derksen (Grüne) doch für eine Überraschung: "Insbesondere die Landwirte hier sind in Sorge", sagte Derksen. Da über dem Erdkabel der Trasse A-Nord nicht gebaut werden darf, fürchten manche Landwirte, sichbaulich nicht erweitern zu können. "Generell aber sind wir hier froh, dass die Leitung als Erdkabel verlegt wird." Zwar zeigt das Kartenmaterial einen Korridor, der auch exakt über den Haffener Ortskern verläuft - nach Derksens Kenntnis würde die Stromleitung aber in der Nähe der Kiesausgrabungen nördlich des Ortes beim Reeser Meer liegen.

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Seit 2016 hat sich das Projektteam A-Nord bei Amprion mit den Trassenverläufen befasst. Gestern wurden auch Details genannt, die für die Anwohner von Interesse sind. Angaben machte Amprion-Projektleiter Klaus Wewering etwa zur Entschädigung für Grundstücksbesitzer: "20 bis 30 Prozent des Flächenwertes erhalten die Eigentümer einmalig", sagte Wewering. Ackerbau sei über dem in zwei Meter Tiefe liegenden Erdkabel weiter möglich, nur Bäume dürften auf der Trassenbreite von knapp 30 Metern nicht gepflanzt werden.

Viele regionale Betriebe sollen profitieren. "Wir werden die Baulose klein halten, auf ausdrücklichen Wunsch der Landwirte hin", erläuterte der Projektleiter. So solle gewährleistet werden, dass Baggerfahrer mit Kenntnis von den lokalen Gegebenheiten das Erdreich wieder in der Schichtung in den Boden bringen, in der es auch ausgehoben wurde. Auf diese Art sei sichergestellt, dass Pflanzen wieder schnell wachsen. "Wir wollen bodenschonend arbeiten", sagte Wewering. Man setze auf volle Transparenz. Im Planfeststellungsverfahren hätten Bürger die Gelegenheit, Forderungen zu formulieren, vorher gibt es Informationsveranstaltungen.

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Der Leitungsbau ist eine Folge der Energiewende. Die Windenergie im Norden wird stetig ausgebaut, Photovoltaik im Süden ebenfalls, die konventionelle Energie wiederum wird weniger. Ein Beispiel: Rund um Emden wird künftig zehn mal so viel Strom produziert wie verbraucht werden kann.

Über große Entfernungen muss der Strom in die Verbrauchszentren gebracht werden. Die neuen Gleichstromverbindungen übernehmen diesen Transport, sie entlasten außerdem bestehende Netze. Amprion ist mit dem Netzausbau beauftragt. Technisch ist die Leitung A-Nord so geplant, dass in einer 35 Meter breiten Baubedarfsfläche zwei Kabelstränge mit je drei Kabeln verlegt werden.

Im Nachbarort Hamminkeln zeigt sich Bürgermeister Bernd Romanski (SPD) entspannt. Er habe Amprion als ein Unternehmen kennengelernt, das gut plant und gut kommunzieren kann.

Quelle: RP
 
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