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Emmerich
Taxi Vels ist jetzt am Bahnhof zu Hause

Emmerich. Das Emmericher Unternehmen hat ein ehemaliges Verwaltungsgebäude der Bahn erworben und umgebaut. Dort ist jetzt die Zentrale untergebracht. Auch ein Grundstück auf der anderen Seite der Bahnhofstraße wurde gekauft. Von Markus Balser

Seit gestern hat für den Emmericher Fuhrbetrieb Taxi Vels eine neue Zeitrechnung eingesetzt, von der die Kunden, die sich an Silvester noch zahlreich von A nach B fahren ließen, wohl weitgehend gar nichts gemerkt haben. Denn das Unternehmen ist nach 45 Jahren an seinem Stammsitz an der Lilienstraße umgezogen - und zwar zum Bahnhof.

Dort, direkt neben dem Hauptgebäude, stand gut 15 Jahre ein Verwaltungsgebäude der Bahn leer. Als Frank Vels hörte, dass es zum Verkauf steht, griff er zu.

"Das Haus war noch in einem erstaunlich guten Zustand", freut sich der Gesellschafter von Taxi Vels. So waren nur einige Umbau- und keine aufwändigen Sanierungsarbeiten nötig, von einem neuen Dach einmal abgesehen. In den hellen Räumlichkeiten sind Zentrale, Verwaltung und jede Menge Technik untergebracht, denn die braucht ein Taxiunternehmen heutzutage auch.

Für den technischen Part der Firma ist Geschäftsführer Daniel Schepers zuständig. Er hat neben eigenen Softwareprogrammen sogar einen Kassenautomaten entwickelt und gebaut, an dem die Fahrer Geld wechseln und Einnahmen abgeben können. "Man muss eben mit der Zeit gehen", sagt Frank Vels, der auf sein Team stolz ist.

Sein Unternehmen hat 16 Taxen und 75 Mitarbeiter. Die Branche hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Das klassische "Droschkengeschäft" macht vielleicht nur noch 30 Prozent des Umsatzes aus, schätzt Daniel Schepers. Stattdessen ist das Taxiunternehmen immer mehr als Dienstleister gefragt: Kranken- und Schulfahrten, Behindertentransport, aber etwa auch Erledigungen für Senioren - all das muss ein Taxi-Anbieter heute ebenfalls leisten können.

Frank Vels hat lange von einem Büro mit Blick auf eine viel befahrene Straße geträumt. Jetzt ist er mit seiner neuen Zentrale am Emmericher Bahnhof rundum zufrieden, auch wenn ihm der Schritt, von der Lilienstraße wegzugehen, gar nicht so leicht gefallen ist. "Dort ist das Unternehmen, das mein Vater 1970 gegründet hat, groß geworden. Dort bin ich aufgewachsen. Da hängt doch eine Menge dran, auch weil die Lilienstraße für uns so viel Tradition hat", sagt Vels. Mit dem Gebäude der Bahn hat der gelernte Autoschlosser für sein Unternehmen übrigens noch ein zweites Grundstück erworben - und zwar im Prinzip direkt gegenüber auf der anderen Seite der Bahnhofsstraße. Auf dem gut 1500 Quadratmeter großen Areal, das an die frühere Firma Sanitär Koopmann angrenzt, stehen - sicher umzäunt und von Kameras überwacht die Fahrzeuge des Betriebs. Und vielleicht demnächst auch Fahrräder von Pendlern. "Ich bin jetzt schon einige Male darauf angesprochen worden, das Pendlern gegen einen kleinen Obolus zu ermöglichen. Das kann ich mir durchaus gut vorstellen", sagt Vels, dessen Unternehmen auch am neuen Sitz weiterhin unter der bekannten Telefonnummer 4000 erreichbar sein wird.

Quelle: RP
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