| 16.56 Uhr

Emmerich
Test-Brand bei Olympiade

Emmerich. Vier Einsatzeinheiten des Malteser-Hilfsdienstes aus Borken sowie den Kreisen Kleve und Wesel rückten zu einem"Horrorszenario" ins Schulzentrum Nord in Wesel aus. Bei der Großübung gab's viele "Verletzte". Von Isabell Hülser

WESEL/REES/EMMERICH Es ist ein echtes Horrorszenario, das sich den Helfern bietet, als sie kurz nach dem Notruf am Schulzentrum Nord in Wesel eintreffen. Starke Rauchentwicklung schlägt ihnen entgegen, denn in zwei Pavillons ist durch leichtsinnigen Umgang mit Feuer eben dies ausgebrochen. Rund 100 Leute befinden sich in dem Bau, die ersten Verletzten kommen den Rettungskräften bereits um Hilfe bittend und schreiend entgegen. Zum Glück handelt es sich bei diesem Szenario lediglich um eine Übung, und trotzdem: "Die Darsteller spielen gut, da stehen einem die Nackenhaare hoch", weiß Frank Postulart, Geschäftsführer der Malteser Rees.

Gemeinsam mit Gefahrenabwehr

Umso wichtiger, auch in einer solchen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren. In der Theorie lässt sich das kaum üben. Deshalb führen die Malteser zusammen mit dem Institut für Gefahrenabwehr (St. Augustin) solche Großübungen durch. "Leichtsinn 2010" hieß die Übung, bei der man von einem Brand während der Landesolympiade der Leichtathleten auf dem Schulgelände an der Ackerstraße ausging, denn bei einem solchen Großereignis befinden sich verschiedene Einsatzeinheiten der Malteser vor Ort – auch aus Rees und Emmerich. Und so war es auch am Samstag. Als Kolonnen waren die Einsatzfahrzeuge aus Kleve und Borken gekommen und hatten sich in einem Verfügungsraum in Obrighoven gesammelt.

Es handelte sich um eine angekündigte Übung, die ehrenamtlichen Rettungshelfer der Malteser wussten von der Szenerie. Als der Notruf "MANV" (Massenanfall von Verletzten) gegen 10 Uhr einging, rückten sie zum Einsatz aus, allerdings ohne Sirenen, um die Bevölkerung nicht unnötig zu beunruhigen. Vor Ort begannen die rund 150 Einsatzkräfte mit der Versorgung der Verletzten und richteten zwei Patientenablagen ein. Die Feuerwehr ging mit Atemschutz in das Gebäude, bekämpfte das Feuer und brachte die Verletzten aus der Gefahrenzone. Hier übernahmen die Einheiten der Malteser die Patienten. Rettungshelferin Nicole Frenzel (23) kümmerte sich unter anderem um Frederik van Roje.

Der Darsteller, mit mehreren Brandverletzungen gezeichnet, bekommt Sauerstoff gereicht. "Ich bin außer Lebensgefahr", sagt er. Die Betroffenen werden mithilfe von Patientenkarten im Ampelsystem nach der Schwere ihrer Verletzungen eingestuft, im Todesfall gibt es eine schwarze Patientenkarte. Nachdem die Verletzten zunächst vor Ort versorgt wurden, folgte der Abtransport – aber nur um den Block. Frisch geduscht und kerngesund ging man gemeinsam mit den Helfern zur "Realverpflegung" über. Die Feldküche bereitete Nudeln mit Bolognese-Soße für die rund 500 beteiligten Personen zu. Und als Dank gab es außerdem gefärbte Ostereier.

Quelle: RP
 
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