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Emmerich
"Thorneke": Whisky vom Niederrhein

Emmerich: "Thorneke": Whisky vom Niederrhein
Ingeborg de Schrevel beschreibt den Niederrhein-Whisky als "fruchtig, mit einer gewissen Leichtigkeit", ihr Mann ergänzt: "Ich sage immer: Der ist lieb." FOTO: Markus van offern
Emmerich. Premiere in Dornick: Andre und Ingeborg de Schrevel haben die ersten 302 Flaschen ihres Single Malt Whiskys mit 46 Volumenprozent abgefüllt. Die Halbliterflasche kostet 46 Euro. Experte lobt: "Sie haben da was ganz Feines gemacht." Von Michael Scholten

Der erste Whisky vom Niederrhein heißt "Thorneke". So lautete im 12. Jahrhundert auch der historische Name von Dornick. Und genau dort steht die Destille, in der Andre und Ingeborg de Schrevel jetzt die ersten 302 Flaschen ihres Single Malt Whiskys mit 46 Volumenprozent abgefüllt haben. Die nummerierten Halbliterflaschen kosten 46 Euro und werden in einem Karton angeboten, der die Schönheit des Niederrheins feiert: Der Halderner Designer Stefan Reichmann hat "Thorneke" mit einem Kopfweiden-Bild versehen, das Andre de Schrevel in Klein-Netterden fotografiert hat. Darüber hinweg fliegen angedeutete Wildgänse.

Gestern fanden sich Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze, Dornicks Ortsvorsteher Gerd Böcker, die Geschäftsführerin der Niederrhein Tourismus GmbH, Manon Loock-Braun, und weitere Gäste in Dornick ein, um den ersten "Thorneke" zu kosten und auch von den kugelrunden Schoko-Pralinen zu naschen, die das Rheder Familienunternehmen Große-Bölting auf Basis des Niederrhein-Whiskys herstellt. Acht Stück davon kosten 6,90 Euro; sie sind, wie auch der Whisky, exklusiv in der Destille an der Dorfstraße 59 erhältlich.

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Ein auf Whiskey-Neulinge spezialisierter Sammler aus den USA hat sich die ersten beiden Flaschen des hochprozentigen Niederrheiners schon vor drei Jahren gesichert. Er schrieb Andre de Schrevel an, als dieser im Herbst 2012 in Fachkreisen gerade erst angekündigt hatte, langfristig in Dornick einen eigenen Whisky anbieten zu wollen. Anders als bei der Obstbrennerei, auf die das Ehepaar de Schrevel seit 2007 spezialisiert ist, kommt bei der Herstellung von Whisky Getreide zum Einsatz: vorwiegend Gerste, dazu ein wenig Roggenmalz sowie Buchenrauch-Röstmalz. 2012 kaufte Andre de Schrevel das Malz-Getreide aus Bayern und brachte es zu einer Hausbrauerei in Büderich. Dort machten die Brauer daraus 500 Liter Malz-Maische, die de Schrevel im heißen Zustand nach Dornick transportierte, um dort in einem neu erworbenen Maischkessel aus Edelstahl immer wieder Hefe und Wasser beizugeben. Nach fünf Wochen befüllte er damit ein 110 Liter fassendes Sherryfass, in dem alles drei Jahre und zwei Tage lang heranreifte. "Erst ab drei Jahren handelt es sich um einen Whisky, vorher ist das nur ein fassgelagerter Malzbrand", sagt Andre de Schrevel. Durch Zugabe von gefiltertem Emmericher Leitungswasser wurde der Alkoholanteil auf 46 Volumenprozent pro Flasche heruntergesetzt.

Der Whisky-Experte Lothar Kunze aus Oberhausen gehörte zu den ersten, die "Thorneke" probieren durften. Sein lobendes Urteil lautete: "Sie haben da was ganz Feines gemacht!" Ingeborg de Schrevel beschreibt den Niederrhein-Whisky als "fruchtig, mit einer gewissen Leichtigkeit", ihr Mann ergänzt: "Ich sage immer: Der ist lieb."

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Im Mai oder Juni 2016 ist die nächste Generation von "Thorneke" herangereift, dann sollen erneut etwa 300 Flaschen abgefüllt werden. Dank der Anschaffung größerer Fässer aus amerikanischer Weißeiche soll die Zahl der halbjährlich abgefüllten Flaschen langfristig steigen. Sollte die Nachfrage einmal nachlassen, will Andre de Schrevel den "Thorneke" länger als drei Jahre in den Fässern lassen - doch die Liste der aktuellen Vorbestellungen lässt erkennen, dass die Nachfrage stets größer als das Angebot sein dürfte. Die Herstellung des eigenen Whiskys, die für ihn zunächst völliges Neuland war, nennt Andre de Schrevel "interessant, aber umständlich." Dennoch bietet sie einen Vorteil gegenüber dem weiterhin stärksten Standbein der Niederrhein Destille Dornick: "Unsere Obstbrände können wir nur in einer bestimmten Zeit des Jahres brennen. Aber den Whisky können wir das ganze Jahr über herstellen."

Quelle: RP
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