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Rees
Tierisch gute Geschichten beim Dreh

Rees: Tierisch gute Geschichten beim Dreh
Dass die Werbewirkung von Filmen nicht zu unterschätzen ist, belegt nicht nur die Tatsache, dass Filme wie "Der Prinz und der Prügelknabe" auf der Wasserburg gedreht, sogar sogar bis nach Afrika und China verkauft wurden.
Rees. Zum Abschluss der Filmreihe in der RP gibt es kleine Anekdoten rund um die Dreharbeiten. So benötigten 250.000 Eintagsfliegen beispielsweise einen Heizofen, um im Bild zu schwirren. Von Michael Scholten

Wer zum Filmen an den Niederrhein kommt, kann vor allem mit der Tierwelt sein blaues Wunder erleben. Für eine Szene in "Dumm gelaufen" sollten etliche Fliegen um zwei Leichen in einem Pferdehänger schwirren. Nach langer Recherche fand das Team ein Labor, das in der Lage war, 250.000 Eintagsfliegen zu züchten. Am Drehtag war es in Xanten aber so kalt, dass die freigelassenen Insekten nur phlegmatisch herumlagen anstatt wild durchs Bild zu schwirren. Erst durch den Einsatz von Heizgeräten ließen sie sich in Wallung bringen.

Völlig regungslos soll sich hingegen "Rennschwein Rudi Rüssel" nach dem Galopp in Grietherbusch gezeigt haben. "Das Schwein fiel zwei Meter vor dem Ziel tot um und wurde gegen ein neues Tier ausgetauscht", behauptete eine Komparsin in einem vermeintlichen Skandalbericht des Sat.1-Magazins "Akte". Letztlich stand Aussage gegen Aussage, das Schicksal des Schweins blieb ungeklärt.

Das Team von "Der Prinz und der Prügelknabe" brachte 18 geimpfte Ratten mit in die Wasserburg Anholt, um bei der großen Bankettszene einen Scherz des lausbübischen Prinzen Boris in Szene zu setzen. Als die Nager losgelassen wurden, erschraken die Komparsen so sehr, dass sie einen Kronleuchter umwarfen. Wasserburg-Leiter Duco van Krugten sah sich dadurch in seiner Meinung bestätigt: "Dreharbeiten sind eine zweischneidige Angelegenheit: Einerseits sehr angenehm, weil wir eine bescheidene Miete und viel Werbung erhalten, andererseits gleichen Dreharbeiten einer Besetzung der Anlage, weil die Crew jede Räumlichkeit beansprucht und der Museumsbetrieb behindert wird."

Dass die Werbewirkung von Filmen nicht zu unterschätzen ist, belegt nicht nur die Tatsache, dass Filme wie "Der Prinz und der Prügelknabe" sogar bis nach Afrika und China verkauft wurden und dort im Fernsehen liefen, sondern auch der besondere Vorführort von Christian Görtlitz' Film "Das Böse".

Das Drama, das sich kritisch mit der katholischen Kirche und dem Beichtgeheimnis auseinandersetzt, lief in einem kleinen Kinosaal im Vatikan, in dem sich seinerzeit auch Papst Johannes Paul II. aktuelle Filme zeigen ließ.

Den Vogel schoss das Team von "Dumm gelaufen" ab. Die Crew vergaß tatsächlich eine komplette Kamera an der Emmericher Rheinpromenade. Ehrliche Passanten entdeckten das teure Stück und brachten es zum Fundbüro. Dumm gelaufen - aber Glück gehabt!

Die Rheinbrücke Rees-Kalkar spielte eine zentrale Rolle in der Schlussszene des Jugenddramas "Fickende Fische", das 2002 viel Kritikerlob erntete. Regisseurin Almut Getto ließ ihre jungen Helden, den HIV-positiven Jan und seine Freundin Nina, mit dem Wagen in den Rhein stürzen. Der Film spielt zwar in Köln, doch als die dortigen Behörden den Stunt verboten, sprang Rees bereitwillig als Double ein.

Kurios: Mit "Meuchelbeck" ließ der WDR vor wenigen Wochen erstmals eine Serie komplett in der niederrheinischen Provinz spielen - doch gedreht wurde aus Kostengründen ausschließlich in Köln und Umgebung. Der bemüht wirkende Sechsteiler erzählte die Geschichte des gebürtigen Meuchelbeckers Markus Lindemann (Holger Stockhaus), der 20 Jahre nach dem Abitur widerwillig in seine Heimat zurückkehrt. Bei der Ausstrahlung fiel das neue Format beim Publikum durch. Und bei den niederrheinischen Zuschauern erst recht.

Quelle: RP
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