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Rees
Tokio-Marathon statt Karneval in Haldern

Rees: Tokio-Marathon statt Karneval in Haldern
So will der Halderner Karnevalist Bernd Börgers im Ziel jubeln. FOTO: Stade
Rees. Bernd Börgers ist der Halderner Karnevalspräsident. Gleichzeitig ist er aber auch leidenschaftlicher Langläufer. Das führt dazu, dass er für den großen Traum diesmal auf das jecke Treiben verzichten muss: Er läuft in Tokio mit. Von Sebastian Latzel

Dass er Durchhaltevermögen hat, hat Bernd Börgers schon mehrfach bewiesen. Beim jährlichen Sturm auf das Reeser Rathaus ließ er sich auch von heftiger Gegenwehr des jeweiligen Bürgermeisters nicht bremsen und sorgte dafür, dass die Jecken das Kommando übernahmen. Bernd Börgers ist nämlich Karnevalspräsident der Halderner Narren. Diesmal werden die Jecken aus dem Lindendorf aber ohne seine Unterstützung durch die fünfte Jahreszeit kommen müssen.

Denn Bernd Börgers will sein Durchhaltevermögen auf ganz anderem Parkett demonstrieren. Der 54-Jährige ist nämlich passionierter Langläufer und erfüllt sich einen Traum: Er tritt beim Tokio-Marathon an. Heute fliegt seine Maschine, am Sonntag wird er auf die Strecke gehen. Sicher mit dem ein oder anderen Gedanken an seinen Heimatort, in dem am Samstag die erste Sitzung stattfindet.

"Natürlich wäre ich auch gerne beim Karneval dabei gewesen, aber so eine Chance hast du nur einmal, die musst du ergreifen", sagt Börgers. Denn teilnehmen an dem Lauf kann längst nicht jeder. 30 000 Startplätze gibt es, dafür gingen mehr als 300 000 Bewerbungen ein. Kein Wunder also, dass Börgers nicht lange überlegte, als er die Nachricht bekam, dass er tatsächlich einen Platz im Starterfeld zugelost bekommen hat. Seitdem bereitet er sich intensiv auf den Lauf vor.

Er greift sogar auf professionelle Unterstützung zurück und hatte regelmäßige Termine im Höhenleistungszentrum Essen gebucht. Das sollte dafür sorgen, dass das Blut mehr Sauerstoff aufnimmt. Dazu kamen diverse Kilometer, die er rund um Haldern herunterspulte. 26 bis 30 Kilometer lief er regelmäßig zur Vorbereitung. Ziel: Das richtige Marathon-Tempo finden. Zuletzt stand nur noch lockeres Lauftraining an, die harte Phase ist vorbei. Der Wettkampf kann kommen.

Heute fliegt Börgers mit seiner Lebensgefährtin nach Tokio. Am Samstag werden beide an einem lockeren Charity-Lauf teilnehmen. Am Sonntag wird es dann ernst. Um 9 Uhr wird der Lauf gestartet. Börgers wird alleine auf die Strecke gehen, seine Partnerin will anfeuern. Ankommen ist natürlich das Ziel von Bernd Börgers. "3.30 Stunden wären meine Traumzeit, dann hätte ich meine Bestleistung um zwei Minuten unterboten", sagt Börgers. Erst mit 40 Jahren hatte er seinen ersten Marathon gelaufen. Überhaupt war er erst durch einen Orthopäden zum Laufen gekommen.

Der hatte ihm geraten, lieber zu Joggen statt Rad zu fahren. Börgers schloss sich der Laufabteilung des Hamminkelner SV an und kam von dem Sport nicht mehr los. "Das Laufen ist wie eine Sucht. Du musst einfach immer wieder raus auf die Strecke." In New York ist Börgers gelaufen, in Rom, in Berlin. Jetzt ist Tokio an der Reihe. Nach dem Lauf steht noch eine Rundreise in Japan an. Dann geht es zurück nach Haldern. Der Karnevalist trifft an einem passenden Datum wieder in der Heimat ein: Aschermittwoch.

Quelle: RP
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