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Emmerich
Top-Noten für Bahnhöfe

Emmerich: Top-Noten für Bahnhöfe
Das Erscheinungsbild des Emmericher Bahnhofs soll sich verbessert haben, meinen die Tester. Mancher Bürger sieht das freilich ganz anders. FOTO: van Offern
Emmerich. Nach Angaben der Profitester des VRR hat sich die Situation auf den Anlagen verbessert. Manchen wundert diese Einschätzung, die im aktuellen Stationsbericht nachzulesen ist. Von Sebastian Latzel

Tim Terhorst wundert sich ein wenig: "Da müssen die Tester wohl einen guten Tag am Bahnhof erwischt haben", kommentiert der Pressesprecher der Stadt Emmerich den aktuellen VRR-Stationsbericht. Danach hat sich die Situation am Bahnhof im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Da war Emmerich als "noch akzeptabel" eingestuft, jetzt landet die Stadt in der besten Kategorie "akzeptabel". Eine Einschätzung, die Terhorst nicht so ganz nachvollziehen kann. "Wir hatten erst in letzter Zeit hier wieder Beschwerden darüber, dass der Bahnhof verdreckt und die Toiletten verschlossen seien", berichtet er. Wie die Fahrgäste den Bahnhof vorfinden, sei sehr situationsabhängig. "Die Anlage hat gute und hat schlechte Tage."

Die Kommune habe ein großes Interesse daran, dass der Bereich sich positiv präsentiere. Schließlich sei der Bahnhof das "Einfallstor zur Stadt". Daher stehe Emmerich in ständigem Kontakt mit der Bahn. Zudem räumt der Bauhof auch schon mal dort auf, obwohl das eigentlich nicht seine Aufgabe ist.

Verbessert haben soll sich auch die Situation am Bahnhof in Empel. Die Anlage landete in den Vorjahren in der schlechtesten Kategorie, jetzt wird der Bahnhof als "noch akzeptabel" eingestuft. "Insgesamt kann ich bestätigen, dass sich die Gesamtsituation an den Bahnhöfen in Haldern, Millingen und Empel verbessert hat", sagt Stadtsprecher Jörn Francken. Gleichwohl bleibe weiterhin Verbesserungspotenzial.

"Der Ausbau der Betuwe lässt hoffen, dass die Bahnhöfe neu gestaltet und modernisiert werden."

Der Stationsbericht 2015 stützt sich auf die viermal jährlich stattfindenden Bewertungen der Bahnhöfe und Haltepunkte durch die "VRR-Profitester". Die Gesamtbewertung einer Station wird dabei in eine detaillierte Bewertung der Zugangs- und Bahnsteigbereiche unterteilt.

Mit Blick auf das Erscheinungsbild erhielten 133 Stationen die Bewertung "akzeptabel", 110 Stationen wurden mit "noch akzeptabel" bewertet, in 53 Fällen vergaben die Tester das Urteil "nicht akzeptabel". Die Fahrgäste beurteilen ihre Zufriedenheit mit typischen Leistungsmerkmalen einer Linie oder mit dem Zustand von Bahnhöfen auf der Basis einer Schulnoten-Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 6 (sehr unzufrieden).

Erstmals kümmerte sich der VRR im Stationsbericht auch um so genannte Angsträume auf dem Bahnhof. "Es ging darum, wie gut solche Bereiche ausgeleuchtet sind", erläutert Sabine Tkatzik, Sprecherin des VRR. "Untersucht wurden nur die Anlagen, die Unterführungen haben und Zugänge, die nicht gut einzusehen sind." Hier tauchen Emmerich und Empel auf. Während es zu Emmerich keine Bemerkung gibt, ergaben die Untersuchungen für Empel, dass "Wetterschutz aus Betonelementen nicht einsehbar und unbeleuchtet" sei.

Interessant für den Betuwe-Bereich könnte auch sein, dass manche Schallschutzwände, die mit Graffiti beschmiert sind, nicht gereinigt werden sollen. Darunter würde sonst die Funktion leiden. "Auf diese Wände ist eine schallabsorbierende Schicht aufgetragen, die bei einer Reinigung beschädigt werden könnte", erläutert Sabine Tkatzik.

Quelle: RP
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