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Rees
Treibende Bäume als Gefahr für Deiche

Treibende Bäume als Gefahr für Deiche  in Rees
Treibende Bäume als Gefahr für Deiche in Rees FOTO: Latzel
Rees. Der Scheitel der Hochwasserwelle soll in Kürze erreicht sein, dann werden die Pegel wieder fallen. Die Situation ist weiterhin entspannt. Am Wochenende war die Lage vor allem ein Schauspiel für Besucher in Rees und Emmerich. Von Sebastian Latzel

Für die drei Kinder aus Grietherort kam gestern nach dem Ferienende zum ersten Mal das "Schulboot" zum Einsatz. Das "Bienchen" der Feuerwehr Bienen hatte zwar schon am Wochenende den Dienst zwischen Grietherbusch und Grietherort aufgenommen, gestern war der kleine Flitzer aber dann auch für Schulkinder unterwegs.

Einige Tage wird das Bienchen wohl noch fahren müssen, doch die Reeser sehen die Lage recht entspannt. "Bislang läuft alles recht problemlos, vieles ist da Routine", meint Jörn Franken, Sprecher der Stadt Rees. Das Hochwasser war am Wochenende der Magnet für Touristen. Sogar am Stadtfest wird die City kaum voller gewesen sein als am Sonntag. Die Restaurants und Cafés an den Promenaden in Emmerich und Rees waren voll, die Gastronomen werden sich die Hände gerieben haben.

Ein Parkplatz war in Rees nicht zu bekommen, da zeitgleich auch die Stadtmeisterschaften im Fußball stattfanden, die Autos standen kilometerweit Richtung Reeserward. Die Besucher störte das wenig, denn so konnten sie auf dem Weg vom Auto zur Promenade die Zeit schon mal für einen Blick auf die gewaltigen Wassermassen nutzen.

Denen haben die Deiche bislang problemlos standgehalten. "Alles ist absolut entspannt abgelaufen", sagt Holger Friedrich,. Geschäftsführer des Deichverbandes Bislich Landesgrenze. Die Hochwasserwelle sei kurz vor dem Scheitelpunkt, in den kommenden Tagen werde der Pegel dann wieder sinken. Die Höhe von gestern 8,44 Meter stellt für die Deiche kein Problem dar. "Der Rhein scheint offenbar nicht so hoch zu steigen wie ursprünglich mal angenommen wurde", sagt Friedrich.

Während er die aktuelle Situation recht entspannt sieht, übt er deutliche Kritik daran, dass der Schiffverkehr bis Duisburg weiterhin freigegeben war. "Zwar sollten die Frachter mit geringerem Tempo fahren, aber daran haben sich viele nicht gehalten", hat Friedrich beobachtet.

Das habe zur Folge gehabt, dass immer wieder große Baumstämme an die Deiche gedrückt wurden. Diese teils bis zu fünf Meter langen Riesenstücke würden eine echte Gefahr für die Trassen bedeuten. "Durch den Wasserdruck drehen sich die Bäume in den Deich hinein, die Äste wirken dann wie kleine Schaufeln, die den Boden aufwühlen." Daher reagierte der Deichverband. Am Wochenende kamen Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) zum Einsatz. In Booten zogen sie die großen Stämme vom Ufer des Deiches in Mehr und Bislich weg. Das THW schleppte das Treibgut dann in den stillgelegten Auskiesungssee in Reckerfeld.

"Es war sinnvoller, die Stämme mit dem Boot wegzuziehen. Wenn wir mit schwerem Gerät an den Deich gefahren wären, hätte es die Gefahr gegeben, dass die großen Maschinen am Deich etwas kaputt fahren", sagt Friedrich. Die Situation habe man schließlich unter Kontrolle gehabt. Er würde sich allerdings künftig wünschen, dass bei ähnlichen Hochwassersituationen der Rhein auch am Niederrhein für die Schiffe gesperrt werde. "Denn die Gefährdung mit Treibgut nimmt immer mehr zu." Dazu würden auch die naturnahen Auenwälder beitragen. Dort würden die Bäume herausgerissen und rheinabwärts gespült.

Quelle: RP
 
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