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Rees
Tuut, tuut, tuut, tuut, tuut, tuut, tuut...

Rees. Dies ist die kleine Geschichte des Erwin Zell, Telekom-Kunde mit toter Festnetz-Leitung, und eines Riesen, der sich vor lauter Größe nicht mehr gut zu den Menschen bücken kann. Von Christian Hagemann

Erwin Zell aus Haffen kämpft einen nervenaufreibenden Kampf. Und das seit mehr als fünf Tagen. Es geht um seinen Telefonanschluss. Er ist tot. Wer ihn anrufen will, kommt nicht durch. Er selbst kann auch nirgendwo anrufen. In der Not hat er sich ein Handy geliehen. Um zum Beispiel bei der Telekom anzurufen. Die hat eine Telefonnummer veröffentlicht, bei der sich Leidgeprüfte melden können.

Und damit fängt es schon an. 15 Minuten Warteschleife ist keine Seltenheit, hat Erwin Zell erfahren müssen. Schließlich hat er es schon mehrfach versucht. Und andere auch. Denn auf der Blumenstraße, dem Kornblumenweg und der Velthuysenstraße ist es anderen Telekom-Kunden ebenso ergangen wie Erwin Zell. 19 Leute haben bei der Hotline der Telekom um Hilfe gebeten, hat ihm eine junge Frau des Unternehmens erzählt. Das aber, so Erwin Zell, sei schon alles gewesen. Denn eine Lösung habe sie nicht anbieten können. Und die Frage, woran es denn nun liege, hat sie auch nicht beantwortet.

Das Ganze hat Erwin Zell vor zwei, drei Monaten schon einmal gehabt. "Da war das Telefon auch tot. Nach ein paar Tagen hat es wieder funktioniert. Die haben das dann mit Erdarbeiten am Friedhof erklärt", schildert Erwin Zell. Jetzt zieht sich die ärgerliche Angelegenheit noch länger hin.

Und der Mann verzweifelt langsam. Nicht nur daran, dass er nicht mehr über Festnetz telefonieren kann, sondern auch am Giganten Telekom, bei dem er sich als Kunde schlecht aufgehoben fühlt. Oder in seinen Worten: "Diesen Leuten ist es einfach egal."

Erwin Zell hat sich an die Redaktion der Rheinischen Post gewandt. Vielleicht kann ja die Presse etwas bewirken...

Der Pressesprecher der Telekom war freundlich, konnte die Anfrage, woran es denn wohl liegen könne, dass in Haffen eine Reihe von Leuten kein Telefonanschluss mehr haben, aber auch nicht beantworten. "Da brauche ich die Festnetznummer des Kunden, damit unser Rechercheteam nachforschen kann."

Auf den Hinweis der Redaktion, dass der Kunde beim Anruf diese leider nicht hinterlasse habe (man kann ihn darüber ja nicht erreichen), man aber Namen und Ort nennen könne, gab es nur ein Schulterzucken. "Ohne Festnetznummer kann unser Rechercheteam nichts unternehmen."

Wir haben dann getan, was die Telekom nicht konnte: Wir haben im Internet die Telefonnummer von Erwin Zell herausbekommen. Da gibt es eine Seite, die heißt "Das Telefonbuch". Herausgeber ist unter anderem die Deutsche Telekom.

Und wir fragten uns: Wenn bei der Telekom niemand in der Lage ist, anhand des Namens und der Stadt herauszufinden, welche Telefonnummer der Kunde hat - wie gut muss dann erst das Rechercheteam sein?

PS: Gestern Abend meldete sich das Rechercheteam: Die Netzstörung wurde während Straßenbauarbeiten im Bereich Hanenkroitstraße verursacht. Dabei wurde ein Hauptkabel beschädigt. Die Leitungen funktionieren wieder.

Quelle: RP
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