| 00.00 Uhr

Rees
Unterstützung im Kampf gegen Parkinson

Rees. In Rees soll mit Hilfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes eine Selbsthilfegruppe für Betroffene gegründet werden. Initiator ist ein Reeser, der selbst seit 16 Jahren an den Folgen der Krankheit leidet. Von Markus Balser

Wie heimtückisch die Parkinsonsche Krankheit sein kann, musste E. aus Rees (Name der Redaktion bekannt) vor 16 Jahren erfahren. Denn was er damals zunächst lediglich für einen "Tennis-Arm" hielt, konnte von keinem Doktor kuriert werden. Arztbesuch reihte sich an Arztbesuch, bis nach zwei Jahren zunächst ein Verdacht und dann eine Diagnose Gewissheit brachten: "Morbus Parkinson".

Das Schicksal von E. ist bei weitem kein Einzelfall. "Viele Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, wissen am Anfang gar nicht, unter welcher Krankheit sie leiden. Denn Parkinson kann sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen. Das ist das Schlimme an dieser Krankheit", weiß er.

Der Reeser hat das bei seinem Besuch von Selbsthilfegruppen erfahren. Hier können sich Betroffene und Angehörige austauschen, informieren und gegenseitig Mut machen. Selbsthilfegruppen für Parkinson-Patienten gibt es in der Region momentan in Bocholt, Wesel und Kleve. Aber nicht in Rees. E. möchte das jetzt ändern - und in seiner Heimatstadt eine Selbsthilfegruppe Parkinson ins Leben rufen.

Unterstützung erhält er dabei von Bärbel Vick vom Selbsthilfe-Büro Kreis Kleve. Es gehört zum Paritätischen Wohlfahrtsverband. Allein der Klever Ableger betreut 145 Selbsthilfegruppen im Kreisgebiet von A wie Alkoholabhängigkeit bis Z wie Zöliakie. Als Ansprechpartnerin zum Thema Selbsthilfe vermittelt Bärbel Vick alle Nachfragenden in bestehende Gruppen oder gibt Starthilfe bei der Gründung von neuen Gruppen. "Wir können beispielsweise bei der Vermittlung von Räumen helfen oder auch über Fördermöglichkeiten informieren", erklärt sie.

Und das möchte sie auch im Falle der geplanten Reeser Selbsthilfegruppe für Parkinson. Zumal "Morbus Parkinson" zu den am häufigsten fortschreitenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems gehört. Typische Symptome sind eine Verlangsamung der Bewegungen, Steifheit der Muskeln, Zittern und eine instabile Körperhaltung. Gesichtsausdruck und Mimik werden vermindert, die Geschicklichkeit lässt nach.

"Für viele ist die Diagnose schockierend", weiß Bärbel Vick. Auch, weil die genauen Ursachen der Krankheit noch nicht vollständig geklärt sind und es noch keine Heilung gibt. "Gerade deshalb braucht beim Kampf gegen Parkinson jeder Unterstützung und sozialen Rückhalt", sagt sie.

Diese Unterstützung gibt es in den Selbsthilfegruppen. Und dazu auch Informationen, von denen alle profitieren können. "Zum Beispiel über neue Behandlungsmethoden oder Präparate", sagt der Reeser E., der die Gruppe jetzt ins Leben rufen möchte. Denkbar sei auch, so E., dass Referenten zu den Treffen eingeladen werden. Er hofft jetzt auf viele Rückmeldungen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rees: Unterstützung im Kampf gegen Parkinson


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.