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Emmerich
Unwetter: Hagelkörner erschlagen 60 Vögel im Rheinpark

August 2015: Hagel erschlägt Vögel in Emmericher Park
August 2015: Hagel erschlägt Vögel in Emmericher Park FOTO: Hartjes
Emmerich. 60 Krähen und Stare wurden bei einem Unwetter in Emmerich in der Nacht zu Montag durch ungewöhnlich große Hagelkörner getötet. Es gibt Schäden an einigen hundert Fahrzeugen. Die Körner durchschlugen sogar Glas. Auch ein Blitz schlug ein.  Von Christian Hagemann und Monika Hartjes

Eine Streife der Emmericher Wasserschutzpolizei hat am Montag eine Vielzahl von Staren gefunden, die im Rheinpark tot auf dem Boden lagen. Die Vögel sind von ungewöhnlich großen Hagelkörnern erschlagen worden, die in der Nacht von Sonntag auf Montag in Emmerich niedergingen. Die Wasserschutzpolizei informierte das Ordnungsamt, das die Beseitigung der Tierkadaver durch den städtischen Bauhof in die Wege leitete. Nach Angaben von Feuerwehr und städtischem Bauhoft handelt es sich um bis zu 60 tote Krähen und Stare.

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Ihr schmerzhaftes Ende fanden die Tiere in dem Bereich rund um den Steiger des Feuerwehrbootes. In den Bäumen dort halten sich immer viele Stare und Krähen auf. "Diese Bäume sind der Ruheplatz der Vögel. Vom Hagelschauer wurden sie überrascht", berichtete Lothar Späth, stellvertretender Wachleiter der Wasserschutzpolizei Emmerich. Dass Tiere bei Hagel zu Schaden kommen, ist in Emmerich in dieser Form noch nicht da gewesen. Auch dickere Äste und viele Blätter fielen von den Bäumen, stellenweise sah es im Rheinpark aus wie im tiefsten Herbst. Die Hagelkörner hatten eine Größe von bis zu fünf Zentimentern und knallten mit enormer Lautstärke und Wucht auf Fenster, Dächer und Autos. Und auch auf die Vögel.

Die Mitarbeiter des Bauhofs waren nicht nur im Rheinpark im Dienst. Einen Einsatz gab es auch an der Unterführung in Hüthum, die unter Wasser stand. Nach dem Abschmelzen der Hagelkörner waren die Gullis aber wieder frei, so dass das Wasser abfließen konnte. Und auch die Feuerwehr musste früh ran. Die Emmericher Wehr rückte Montagmorgen zur Straße Am Moddeich aus. Dort war ein Blitz in der Nacht in einen Baum eingeschlagen.

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Der Morgen begann auch für viele Emmericher Autofahrer sehr früh – und mit einem Schrecken. Sie meldeten sich rechtzeitig bei ihrer Autowerkstatt, weil die großen Hagelkörner Schäden an ihren Autos verursacht hatten. Alleine beim Autohaus Hüting waren es bis um 11 Uhr bereits zehn Autobesitzer, die sich gemeldet hatten. Üblicherweise melden sich ein oder zwei Fahrer nach einem schwererem Hagelschauer. Beim Versicherungskontor EHA waren bis gestern Nachmittag Schäden an 75 Pkw, 15 Lkw, sechs Terrassendächern, zwei Sonnenschirmen, zwei Veluxfenstern sowie an einem Veluxfenster gemeldet.
Das Unwetter hatte sich im Laufe des Abends bereits angekündigt. Die Dunkelheit wurde nach einem schwülen Tag über mehr als eineinhalb bis zwei Stunden von Blitzen erhellt.

Was die Menschen sahen, war ein Unwetter, das in den benachbarten Niederlanden niederging. Bereits am Sonntag hatte der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnungherausgegeben. Am Abend konkretisierte sich das: "Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel für den Kreis Kleve gültig von: Sonntag, 30. August, 23.15 Uhr, bis Montag, 31. August, 1 Uhr", warnten die Meteorologen am Sonntag um 23.05 Uhr. Und sie verschärften die Warnung: "Es treten heftige Gewitter aus Westen auf, dabei schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 90 und 100 Stundenkilometer aus West bis Südwest sowie Starkregen mit Mengen zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde. Lokal kann noch mehr Niederschlag fallen. Zudem muss mit Hagel von zwei bis fünf Zentimeter Durchmesser gerechnet werden."

Leserfotos vom Regenbogenwetter in der Region FOTO: via Facebook

Diese Werte waren im Vergleich zu dem, was übers benachbarte Holland zog, vergleichsweise harmlos. In Nimwegen lief ein Parkhaus voll. 100 Fahrzeuge standen im Wasser.

 

Welche Zerstörungskraft die Hagelkörner in Emmerich hatten, sehen Sie in unserer Bilderstrecke. 

Quelle: RP
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