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Emmerich
Verdacht bestätigt: Sohn zündet Haus der Mutter an

Emmerich. Den Brand in der Doppelhaushälfte in Weeze hat der Sohn der Bewohnerin gelegt. Die Polizei bestätigte das jetzt offiziell. Von Sebastian Latzel

Der 32-Jährige war am späten Donnerstagabend zwei Stunden nach dem Ausbruch des Feuers festgenommen worden. Der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung. Zu möglichen Motiven machte die Staatsanwaltschaft noch keine Angaben. Wie berichtet, war das Feuer gegen 20 Uhr in der Doppelhaushälfte am Nachtigallenweg ausgebrochen. Die 69-jährige Hausbewohnerin konnte sich noch rechtzeitig ins Freie retten. Sie hatte den Feuerwehrleuten noch gesagt, dass ihr Sohn noch im Haus sein müsste. Daher galt er als vermisst und wurde von den Einsatzkräften gesucht. Im Gebäude konnten sie den Mann allerdings nicht finden. Stattdessen traf eine Zivilstreife den 32-Jährigen gegen 22.30 Uhr an der Industriestraße an. Offenbar muss es bereits zu dem Zeitpunkt deutliche Hinweise darauf gegeben haben, dass er den Brand selbst gelegt hat.

Obwohl die Mutter zur Tatzeit im Haus war, lautet der Vorwurf momentan noch nicht auf versuchten Mord. "Ob ein solcher Hintergrund vorliegt, muss sich erst noch im Laufe der Ermittlungen zeigen", erklärt Staatsanwalt Günter Neifer. Noch sehe der Ermittlungsrichter keinen dringenden Tatverdacht für Mord. Zu einem möglichen Motiv könne man noch keine Angaben machen. Es gibt aber wohl eindeutige Hinweise darauf, dass der Sohn das Feuer gelegt hat. Wie er dabei vorgegangen ist, dazu wollen die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine Angaben machen. Es heißt aber, dass sich der Brand ungewöhnlich schnell ausgebreitet habe. Als die Feuerwehr eintraf, brannte das Haus bereits in voller Ausdehnung. Die Flammen hätten vom Dachgeschoss bis in den Keller gereicht. Das könnte dafür sprechen, dass der Sohn Brandbeschleuniger im Haus verteilt hat.

Die Einsatzkräfte mussten den Brand über mehrere Stunden bekämpfen. Erst gegen 3 Uhr morgens war das Feuer gelöscht. Das Haus ist quasi ausgebrannt. Auch die andere Hälfte des Doppelhauses ist derzeit unbewohnbar. Über das Dachgeschoss hatten die Flammen übergegriffen. Die Familie mit vier Kindern hatte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Momentan ist sie bei Verwandten untergekommen. Das Ordnungsamt Weeze traf sich gestern mit der Familie, um ihr bei der Suche nach einer Wohnung für die nächste Zeit zu helfen. Auch aus der Nachbarschaft gibt es viel Unterstützung, etwa beim Waschen der Kleidung, die völlig verqualmt ist.

Zum 32-jährigen Täter machte die Polizei noch keine weiteren Angaben. Er soll wohl aber erst ganz kurze Zeit in dem Haus gewohnt haben. Seine Mutter dagegen lebt schon seit vielen Jahren in Weeze. Sie sei hier sehr bekannt, heißt es. Sie war nach dem Brand mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus gekommen. Noch hat sie sich nicht wegen einer neuen Wohnung bei der Gemeinde gemeldet.

Quelle: RP